Das Einsatzjahr 2010 stand am Freitagabend für die Mitglieder der Tangermünder Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Mittelpunkt. Im Festsaal des historischen Rathauses hatten sich mehr als 30 von ihnen zur Jahreshauptversammlung zusammengefunden.

Tangermünde. Sie sind unermüdlich im Einsatz – und das gleich auf mehreren Gebieten. Sie lehren lebensrettende Griffe im Notfall, bringen Kindern das Schwimmen bei, bilden sich selbst zum Rettungsschwimmer oder Taucher beziehungsweise Rettungstaucher aus. Gemeint sind die Tangermünder Mitglieder der DLRG.

Ortsgruppe mit hohem Ausbildungsstand

Was sie im vergangenen Jahr alles auf die Beine stellten, das wurde am Freitag während der Jahreshauptversammlung noch einmal kompakt dargestellt. Den Anfang machte DLRG-Chef Dietmar Schiess. Mit 63 Kindern und Jugendlichen sowie 84 Erwachsenen in der Ortsgruppe sei die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr um sechs zurückgegangen, erklärte er gleich zu Beginn.

18 Silber-Rettungsschwimmer-Prüfungen, neun Bronze- und drei Gold-Prüfungen wurden abgenommen. Fünf Mitglieder haben den DLRG-Bootsführerschein, zwölf sind Signalmänner, zehn Einsatztaucher und sechs Taucheinsatzführer, zwei sogar Lehrtaucher. Hinzu kommen zahlreiche Sporttaucher mit unterschiedlichen Ausbildungsstufen. Drei Tangermünder DLRG-Mitglieder sichern in den Sommermonaten als Wachgänger an der Ostsee die Badestrände ab.

In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr erinnerte Dietmar Schiess unter anderem daran, dass Dieter Kempf während der Landesverbandstagung im April das Ehrenzeichen der DLRG in Gold erhielt. Wie in jedem Jahr war die Ortsgruppe sowohl in Tangermünde als auch Stendal beim Tag der offenen Tür der Feuerwehren mit Übungen und Vorführungen dabei.

Jeden Monat kamen die Einsatztaucher zu Übungen zusammen. Ganz anders als sonst ging es im Juni im Tanger zur Sache. Hier hatten am Abend vor dem Einsatz einige Taucher Bierflaschen im Wasser versteckt. Die mussten am nächsten Tag von den Tauchern gefunden werden.

Im Juli gab es für alle eine Alarmübung. Im Dahlener Kiessee wurde eine Person vermisst. Zusammen mit Polizei und Feuerwehr probten die Einsatztaucher den Ernstfall.

Neben dem öffentlichen Elbeschwimmen gab es im August noch eine Einsatzübung im Tangermünder Hafenbecken. Im September präsentierten sich die Tangermünder bei der Feuerwehr in Arneburg und nahmen am Taucherlager der DLRG Sachsen-Anhalt in Arneburg teil. Den krönenden Abschluss bildete ein Nachttauchen zwischen Weihnachten und Silvester in Hohengöhren.

Dietmar Schiess ließ in seinem Rückblick nicht unerwähnt, dass er bei all diesen Einsätzen gern auch einmal die jüngeren DLRG-Mitglieder sehen würde. Qualifiziert seien sie gut. Doch Erfahrungen könnten sie nur bei solchen Terminen sammeln. Dazu, so Schiess, "müsste man sich auch einmal Sonnabend früh 7 Uhr aus dem Bett schälen".

Der DLRG-Chef lobte die aufopferungsvolle Arbeit von Torsten Schiess. Er leitet die Kindergruppe, ist Einsatztaucher, Bootsführer, Ausbilder für Erste Hilfe und Rettungsschwimmer. Außerdem sorgt er sich um die Ausrüstung – nicht nur um die eigene. Jeder, so Schiess, sei dafür zuständig, seine Ausrüstung so schnell wie möglich nach einem Einsatz zu reinigen und nicht erst Wochen verstreichen zu lassen.

Seit Freitag ist die Tangermünder Ortsgruppe stolze Besitzerin eines neuen Fahrzeugs. Der VW-Bus aus den 70er Jahren hat einen Nachfolger bekommen. Der Mercedes-Sprinter wurde mit 22 500 Euro vom Land gefördert. Etwa 10 000 Euro steuerte die Ortsgruppe aus Eigenmitteln bei.

Vier Anwärter zum Einsatztaucher

Jörg Lehmann, Referent Tauchen in der Ortsgruppe, nutzte die Jahreshauptversammlung ebenfalls für einen Rückblick. Er wies unter anderem darauf hin, dass die Riege der Einsatztaucher derzeit verstärkt wird. Dominik Fährmann schloss im vergangenen Jahr seine theoretische Ausbildung mit Erfolg ab. Außerdem gibt es drei neue Anwärter. Stephan Grätke, Florian Nitsch und Jann-Uwe Merkel absolvieren den Weg zur Ausbildung als Einsatztaucher der DLRG. Alle drei haben ihre Sporttauchausbildung im Jahr 2009 absolviert und streben nun eine höhere und anspruchsvollere Ausbildung an.

Lehmann kritisierte in seinem Bericht die unverändert schlechten Bedingungen für die Taucher, deren Möglichkeiten der Technikunterbringung und die sanitären Bedingungen. Hier erhoffe er sich für die Zukunft eine Lösung von den Verantwortlichen.

 

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