Der Heimat- und Schifferverein in Bittkau hat endlich ein eigenes Domizil, in dem dank einer Finanzspritze der Volksbank nun auch neue Stühle und ein großer Tisch stehen. Seit zwölf Jahren gibt es den Verein, dem 24 Mitglieder angehören.

Bittkau. Oben in der Heimatstube, über dem Gemeindebüro, versammelten sich jetzt die Mitglieder des Heimatvereins Bittkau. Dort sind nicht nur seit längerem schon historische Schriftstücke, Bilder und Gegenstände aus der Ortsgeschichte ausgestellt, sondern vor kurzem ist auch ein gemütlicher Raum für die Vereinsmitglieder entstanden. "Peter Lemme, Dieter Bornemann und Hubertus Triebe haben hier ¿klar Schiff‘ gemacht und alles so umgeräumt, dass wir unsere Versammlungen nun direkt in der Heimatstube abhalten können", sagt Vorsitzende Helga Zersch.

Seit gut zwei Jahren steht sie dem Verein vor, den Karl-Heinz Pukallus etwa zehn Jahre geleitet hatte. Mit einer Finanzspritze von 250 Euro von der Volksbank Stendal, für die sich der Verein einen großen Tisch und zwölf Stühle kaufte, wurde die Heimatstube jetzt ausgestattet. Doch auch festliche Kleidung aus Urgoßmutters Zeiten, Puppenwagen, Schiffsmodelle und Schätze aus der Vergangenheit der örtlichen Feuerwehr sowie des Männergesangsvereines, später vereinigter Elbchor, sind da zu sehen.

Die Heimatstube steht auf Anfrage offen, wer sich für die Geschichte des Elbedorfes interessiert, der kann sich im Gemeindebüro oder bei Peter Lemme den Schlüssel geben lassen. Und auch Neues kam am Donnerstag in der Heimatstube hinzu: Alte Orden, Tintenfässchen und eine Blechschachtel hatte Peter Lemme mitgebracht. Er spricht immer wieder Bekannte an und fragt nach solchen alten Stücken, die dann die Ausstellung der Heimatstube bereichern.

Vorstandsmitglied Bärbel Workowski verlas einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und erinnerte an Aktionen wie das Schaumähen, das Dreschen auf dem Museumshof der Familie Sajontz und die gemeinsame Floßfahrt auf dem Pareyer Mühlenteich. Auch die Verabschiedung des langjährigen Pfarrers Peter Gümbel, das Binden einer Erntekrone und den Tag der Regionen im Oktober ließ sie Revue passieren.

Letzterer solle auch in diesem Jahr wieder stattfinden, eine Anfrage der Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, Birgit Schäfers, den Bittkauer Verein da wieder mit einzubinden und diesmal eine Veranstaltung am "Poltenberg" bei Polte zu organisieren, stieß aber auf wenig Zustimmung.

Dafür wollen die Heimatvereinsmitglieder in diesem Jahr wieder ihren Brotbacktag mit einem mobilen Steinbackofen durchführen. "Wir freuen uns, wenn die Leute kommen, aber wir sollten das nicht wieder in so großem Ausmaß wie beim Tag der Regionen machen", fand Bärbel Workowski. Ein gemeinsames Picknick in der Umgebung "met Schmolt, Botter und Goken" regte Vereinsvorsitzende Helga Zersch auf Bittkauer Platt an.

Marlene Banse hatte die Idee, einen Ausflug an die sogenannten Schwedenschanzen bei Bittkau zu organisieren. Die Geschichten, die darüber überliefert sind, kenne kaum noch jemand, auch den Ort selbst würde kaum noch einer wissen. Vereinsmitglied Erwin Zöllner sei dabei ortskundig, "wir sollten uns mal von ihm zeigen lassen, wo hier was ist, bevor es gar keiner mehr weiß. Das ist mir ein Anliegen und es ist auch eine gute Arbeit für den Heimatverein, solches Wissen zu bewahren", sagt sie.

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