"Als der Umzugswagen auf den Hof fuhr, herrschte herrlichster Sonnenschein und ich wurde an meinem ersten Tag in Cobbel von Posaunenklängen aus der Kirche und dem Chor im Pfarrhaus begrüßt" , erzählt Janette Obara. 31 Jahre jung ist sie, die neue Pfarrerin für den Pfarrbereich Cobbel-Grieben. Nach dem früheren Pfarrer Peter Gümbel, der mehr als zehn Jahre dort Dienst tat, ist es nun eine Frau, die entlang der Elbe für Taufen, Hochzeiten, Seelsorge und Gottesdienste zuständig sein wird. Zunächst für drei Jahre.

Cobbel. Janette Obara ist als Tochter eines Handwerkerpaares auf dem Lande vor allem mit den Angeboten der Kirche aufgewachsen. Für sie war es die Gemeinschaft und das Engagement der Menschen in diesem Umfeld, die sie auf ihren beruflichen Weg brachten.

Das Theologiestudium in Rostock, Münster und Halle und die Vikariatszeit in Gommern und Genthin bereiteten sie auf das vor, was nun beginnt: Die erste Pfarrstelle, zunächst "in Entsendung" für drei Jahre.

670 Gemeindeglieder und zwölf Kirchen gehören zu ihrem Bereich. Bei den ersten Kontakten zu den Gemeindekirchenräten ihres neuen Wirkungskreises sei sie mit offenen Armen empfangen worden, erzählt sie. Und auch dass die Gemeindekirchenräte in den Monaten seitdem Pfarrer Peter Gümbel nach Burg gegangen war, viel allein gestemmt haben, weiß sie.

Ab 1. April wird sie das Pfarramt für die Region übernehmen. "Wir wollen ihr trotzdem erst nach und nach alle Aufgaben in die Hände geben", sagt Kirchenälteste Esther Hoffmann aus Cobbel. Sie ist auch "ganz froh, dass nun doch alles so schnell gegangen ist", immerhin habe man mit einer längeren Vakanzzeit für das Pfarramt gerechnet, betont sie.

Gleichzeitig bedankt sie sich bei Pfarrer Jürgen Weinert aus Tangermünde, der dem Pfarrbereich bei vielen Dingen des täglichen Lebens beigestanden hat. Aber auch beim Pfarrerehepaar Rohst aus Tangerhütte, die vor allem die Bestattungen übernommen haben.

Ohne Anhang - aber mit 50 Umzugskisten

Über die Unterstützung vor Ort, wie sie sie durch Esther Hoffmann erfährt, ist die junge Pfarrerin ganz froh, denn sie ist ganz ohne familiären Anhang gekommen. "Dafür mit 50 Umzugskisten", spaßt sie.

Was in den Gemeinden üblich ist, wo die Schwerpunkte sind und welche "Schätze" es hier zu entdecken gibt, das will Janette Obara in den nächsten Wochen im Gespräch mit den Menschen herausfinden. "Dann werden wir gemeinsam sehen, wo es Bedürfnisse gibt und neue Ideen zusammen mit den Leuten vor Ort entwickeln", sagt sie.

Zu den Schätzen der Region gehört wohl zweifelsfrei die Tradition des Gottesdienstes mit Tieren, die in Cobbel begründet ist. Auf dem dortigen Pferdegnadenhof soll auch am 29. Mai wieder ein solcher stattfinden. Diesmal noch einmal unter Leitung des früheren Pfarrers, Peter Gümbel, der eigens dafür noch einmal von Burg kommt. "Da werde ich natürlich auch dabei sein", sagt Janette Obara.

Und: "Ich bin mit Ponys aufgewachsen." Sie habe zwar bei ihrem Einzug in das alte Pfarrhaus an der Lindenstraße kein eigenes Tier mit nach Cobbel gebracht, aber was nicht ist kann ja noch werden, sagt sie mit einem Blick auf den Hof des Pfarrhauses, wo gerade wieder eine Katze ihrer Wege zieht. Radfahren - das liebt sie und das will sie auch an der Elbe wieder verstärkt tun. Außerdem liegt ihr die Specksteingestaltung. Eines der ersten selbst gemachten Schmuckstücke, die aus ihrem Umzugskisten im Fensterbrett gelandet ist nennt sie "die Denkerin".

Der 1. April ist Dienstbeginn für die neue Pfarrerin. Doch schon jetzt sind die ersten Anmeldungen für Taufen, Konfirmationen und eine Hochzeit da. Am 3. April wird sie in Schelldorf und Cobbel ihre ersten Gottesdienste gestalten und am Sonntag, 10. April, wird sie ab 14 Uhr in der Griebener Kirche offiziell ins Amt eingeführt. Dazu sind alle Interessierten gern gesehen.