Stendal. Auf eine musikalische Weltreise entführte Jimmy Kelly gemeinsam mit seiner Band die am Freitag in die Katharinenkirche gekommenen Zuhörer. Die Musik wurde dem in Spanien Geborenen quasi in die Wiege gelegt. Als Mitglied der Band, die in den 1990er Jahren ihren musikalischen Durchbruch mit dem Album "Over the hump" hatte, spielte er vor ausverkauften Stadien, gewann zahlreiche Preise und stand wochenlang an der Spitze der Charts.

Gemeinsam mit seiner Familie bereiste er die ganze Welt und fand nach seiner Aussage überall ein kleines Stück Zuhause. "Frech wie ich bin, sage ich, dass ich auch in Stendal eine Heimat habe", so der 40-jährige Sänger. Passend vielleicht auch gerade aus diesem Grund der Titel seiner Tour: "My Hometown – Meine Heimatstadt".

An seiner Seite Meike Kelly, die Ehefrau des Musikers, welche nicht nur mit ihrem Können an Akkordeon und Mandoline begeisterte, sondern auch durch ihre glasklare Stimme. Die anderen Bandmitglieder hat Jimmy Kelly dort gefunden, wo sein Herz ihn immer wieder hinführt: auf der Straße.

Bekanntschaft in der Fußgängerzone

"Ich spielte in der Fußgängerzone, als Bärbel (Violine) und Philip (Gitarre/Banjo) kamen und mich darüber aufklärten, dass dies eigentlich ihr Platz sei, auf dem ich gerade dabei war, Musik zu machen. Darauf erwiderte ich, dass ich Jimmy sei und nur noch zehn Minuten spielen würde. Nachdem ich fertig war, sagte Bärbel, dass ich gar keine schlechte Stimme hätte und auch ich war begeistert, als ich mir die beiden anhörte. Und so tauschten wir unsere Telefonnummern."

Janusch Hallema (Kontrabass) vervollständigt die Band und gemeinsam entführten sie die Zuschauer in eine Mischung aus irischem, amerikanischem und spanischem Folk, gemixt mit französischem Chanson.

Das anfangs noch etwas verhaltene Publikum taute mit jedem Lied etwas mehr auf. Das Eis war endgültig gebrochen, als Jimmy seinen "Special Effect" zeigte und eine schwingende Bewegung mit der geöffneten Wasserflasche in Richtung der Zuschauerränge machte.

Um die 100 Konzerte hat die Band bereits gemeinsam gegeben und oft waren die Häuser, wie auch die Katharine in Stendal, in kürzester Zeit ausverkauft. Die Anfragen nach Karten kamen aus ganz Deutschland und waren so zahlreich, dass sich die Initiatoren zu zusätzlichen Auftritten der Band entschieden.

Am 29. und 30. April (bereits ausverkauft) gastieren die Vollblutmusiker wieder in der Rolandstadt und entfachen erneut ihr Klang-Feuerwerk in dem alten Gemäuer.