Kindertagesstätte, Familienzentrum und Mehrgenerationenhaus – der Ruf des Färberhofs strahlt weit über die Grenzen Stendals. Gestern führte Geschäftsführerin Marika Mund Kommunalpolitiker und Verwaltungsvertreter aus Haldensleben durch ihre Einrichtung.

Stendal. Das malerische Karree aus sieben historischen Fachwerkhäusern mit seinen verwinkelten Gängen und phantasievoll gestalteten Räumen verfehlte bei den Gästen aus dem Ohrekreis seine Wirkung nicht. Immer wieder Staunen über das Gesamtkonzept und die Details, über die weitestgehend von Eltern, Großeltern und den Kindern selbst geschaffenen Einrichtungsgegenstände und Spielgeräte.

Färberhof-Geschäftsführerin Marika Mund führte gestern Vertreter von Stadtrat und -verwaltung aus Haldensleben durch das historische Ensemble an der Hohen Bude. "Auch wir planen die Einrichtung eines Mehrgenerationenhauses und interessieren uns dafür, wie es andere machen", begründete Doreen Scherf, Amtsleiterin für Soziales, Jugend und Kultur der Stadtverwaltung, den Ausflug mit Mitgliedern des Fachausschusses und sachkundigen Bürgern nach Stendal. Die Besichtigung einer vergleichbaren Einrichtung in Salzgitter hatten sie bereits hinter sich.

Im September 2005 mit sechs Kindern eröffnet, betreuen die beiden voneinander unabhängigen Kitas des Färberhofs heute 70 Kinder. Träger beider – eine davon ist eine offene Betriebskindertagesstätte in Zusammenarbeit mit dem Johanniter-Krankenhaus – ist die gemeinnützige Färberhof-GmbH. Für diese Konstellation interessierten sich die Gäste ebenso wie für das nach den Worten von Marika Mund "ganz und gar nicht antiautoritäre, eher konservative" Erziehungskonzept mit dem Kind im Mittelpunkt oder für das tägliche und vielfältige Zusammenwirken mit Senioren.

Ob der Färberhof ein Modell für Haldensleben ist, "darüber", so Amtsleiterin Doreen Scherf, "wird später entschieden."