Tangermünde (dan). "Er ist ein sehr vielseitiger Mensch und hat den Blick für die Schönheit", sagte am Donnerstag Sigrid Brückner zur Ausstellungseröffnung von Helmut Schöll in der Salzkirche. Über 60 Besucher waren gekommen, um die Werke des Tangermünders zu bewundern. Doch bevor sie sich vom Künstler selbst die Bedeutung seiner Arbeiten näher erläutern ließen, lauschten sie Elena Stude am Klavier. Die Diplom-Musiklehrerin ist vor zwei Jahren von Moskau in die Altmark gezogen. Am Donnerstag zauberte sie mit "Titanic" und anderen Meisterwerken den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht.

Und Freude kam auch beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung auf. Helmut Schöll nahm sich Zeit für seine Gäste und erzählte zu den Werken ganz verschiedene Entstehungsgeschichten. So hat die Materialcollage "Stein der Weisen" zwar nichts mit Harry Potter zu tun, aber es gibt einen geschichtlichen Hintergrund. Er hat die Collage dem Alchimisten Johann Kunckel von Löwenstern (1630-1703) gewidmet. Ergebnis seiner Versuche war die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Goldrubinglas. Eine weitere Collage ist die Goethestraße. Das Schild hat er einmal im Schrott gefunden und mit Klinker. umrandet. In den einzelnen Steinen sind bei näherer Betrachtung Zitate des großen deutschen Dichters zu erkennen. Dazu gehört auch der Spruch: "Das Betragen ist ein Spiegel, in welchem jeder sein Bild zeigt."

Für die Ausstellungsstadt hat er das Werk Tangermünder Falter entworfen. Die Collage erinnert an die Schokoladenepoche der Stadt rund um die "Feodora". Schöll ist in der Kaiserstadt geboren und aufgewachsen. Auch wenn er seit vielen Jahrzehnten in Potsdam lebt, ist er der Stadt bis heute treu geblieben. Seine Ausstellung läuft bis 26. Mai.