Blaue Fahrzeuge mit dem weißen Schriftzug des THW darauf. Während des Hochwassers im Januar waren sie und ihre Besatzungen sowohl im Norden als auch im Süden des Landkreises im Einsatz und die Menschen, denen sie halfen froh, dass sie diese Unterstützung hatten. Gut, dass es die Männer und Frauen des THW-Ortsverbandes Stendal gibt. Allerdings: Es dürften gern ein paar mehr sein.

Stendal. Als der Ortsverband Stendal des THW im November 1995 gegründet wurde, hatte Michael Klötzer gerade seine Berufsausbildung hinter sich. "Ich habe neben dem Beruf eine Aufgabe gesucht, wo ich helfen kann", erinnert sich der 37-Jährige, der kurz darauf als eines der ersten Mitglieder beim THW-Ortsverband einstieg. Grundausbildung, THW-Helfer, gut zwei Jahre im Technikzug, in der Bergungsgruppe, dann Zugführer. "Der klassische Weg also", schließt der heutige Chef der Stendaler THW-Mannschaft, Ortsbeauftragter Michael Klötzer, den komprimierten Rückblick. Seine Mannschaft zählt 30 Mitglieder. Es dürften allerdings gern mehr sein. "Wir haben 48 Dienstposten, könnten also durchaus noch Leute gebrauchen", sagt Norman Gelbke. Auch er ist THW-Mann aus Überzeugung. Anders habe das auch keinen Sinn, sagt er. Ähnlich wie bei der Feuerwehr übernimmt jedes THW-Mitglied ehrenamtlich Verantwortung. Auf ihn oder sie muss Verlass sein. Das machte sich auch Norman Gelbke bewusst, bevor er 2007 zum THW ging. Seit gut eineinhalb Jahren ist er Michael Klötzers Stellvertreter und weiß, in welche Richtung es für künftige THW-Helfer gehen könnte. "Atemschutzgeräteträger oder Kraftfahrer", nennt er spontan zwei Verwendungsbeispiele, "oder auch Bootsführer." Ihn braucht es in der Fachgruppe des Stendaler THW.

Zwei Tage im Monat und Einsätze obendrauf

Michael Klötzer erklärt: "Unsere Fachgruppe ist auf Wassergefahren spezialisiert. Das heißt auf das Retten und Bergen von Menschen und Sachgütern aus dem Wasser sowie auf den Materialtransport auf dem Wasserweg." Zwei Bergungsgruppen und ein Zugtrupp komplettieren den THW-Ortsverband.

Wo die Helfer eingesetzt werden, entscheidet sich nach der Grundausbildung. Ein halbes Jahr dauert sie, und dann geht es nach Fähigkeiten und Neigungen. "Der eine möchte gern seine beruflichen Kenntnisse einbringen, der andere sucht den Ausgleich zu seinem Büro-Job. Beides ist möglich", versichert Norman Gelbke. Da gebe es den IT-Systemadministrator, der stellvertretender Gruppenführer der ersten Bergungsgruppe ist, ebenso wie die Verwaltungsfachfrau, in deren Händen die Versorgung der THW-Helfer liegt. Oder eben den Kfz-Sachverständigen Norman Gelbke, der die Technik und Ausrüstung im THW-Ortsverband betreut. Jeden zweiten Samstag im Monat ist er und sind seine THW-Kollegen in ihrer Dienststelle an der Gardelegener Straße anzutreffen. Das ist ihr monatlicher Dienst-Tag. Dazu kommt an jedem ersten Mittwoch Technikpflege. Dieses Freizeitkontingent ist fest verplant – Einsätze nicht mitgerechnet und die können auch schon mal etwas länger dauern. Aktuelles Beispiel: Das Hochwasser im Januar. Es waren Stendaler THW-Männer, die in Aulosen die Stromversorgung für die Wasserpumpen aufbauten und eine Woche lang sicherstellten. Und es waren auch THW-Leute dieses Ortsverbandes, die in Schelldorf gemeinsam mit Salzwedelern eine weitere Woche im Einsatz waren, um das Ansteigen des anormal hohen Grundwassers im Dorf zu verhindern. Es gelang ihnen mit Spezialtechnik des THW Halberstadt. "Da sind wir sehr flexibel, können problemlos auf anderenorts stationierte Technik zurückgreifen, wenn das nötig ist", sagt Michael Klötzer.

Mit 17 Jahren kann jeder einsteigen

Wer diese Erfahrung selbst einmal machen möchte: THW-Helfer kann jeder, der Interesse hat und körperlich fit ist, ab 18 Jahre werden, in die Grundausbildung einsteigen gar schon mit 17. Auch Leute mit Berufs- und Lebenserfahrung sind dem THW-Ortsverband Stendal willkommen. Näheres erfahren Interessenten von Norman Gelbke, Tel. (01 77) 2 58 90 70, per E-Mail unter ov-stendal@thw.de oder im Internet.

ov-stendal.thw.de