Die neue, noch nicht beschlossene Satzung für die freiwillige Feuerwehr der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte ließen sich die Ortschaftsratsmitglieder in Tangerhütte am Dienstagabend noch einmal vom designierten Gemeindewehrleiter und erfahrenen Ortswehrleiter, Gerry Michlik (Tangerhütte), sowie dessen Stellvertreter, Nils Wilhelm (Windberge), erläutern.

Tangerhütte. Mit der Gemeindegebietsreform, die für Tangerhütte und Umgebung Mitte vergangenen Jahres umgesetzt wurde, und im Rahmen des übertragenen Brandschutzes sei die Neubildung einer Einheitsgemeindefeuerwehr für alle derzeit 24 Wehren nötig geworden, fasste Gerry Michlik erläuternd zusammen.

Und: Entgegen mancher Befürchtung sei die Zusammenarbeit zwischen den Wehren gut angelaufen, "das Zusammenwachsen hat gut funktioniert", sagt er. Die Grundlage für die Wehren, um in den neuen Strukturen effektiv arbeiten zu können, bildete die nun vorgelegte Satzung. Die sei in Abstimmung mit allen Ortswehrleitern, aber auch mit Hilfe von Erfahrungen der Kameraden aus Tangermünde oder Stendal erarbeitet worden. Und das, so Michlik, "in harmonischem Miteinander".

Wenn der Stadtrat die Satzung beschlossen hat, dann folge die Brandschutzbedarfsplanung und Gefahrenanalyse für den gesamten Bereich. Diese sind bis Ende Mai abzuschließen, so Michlik. Und auch die neue Entschädigungssatzung für Feuerwehrleute in der Einheitsgemeinde lag den Ortschaftsräten am Dienstag als Entwurf vor.

Diese habe sich nach einem Runderlass des Innenministeriums gerichtet, erläuterte Ortsbürgermeister Gerhard Borstell. Nils Wilhelm, Ortswehrleiter in Windberge und von den Feuerwehrkameraden zum stellvertretenden Gemeindewehrleiter gewählt, sagte: "Wir haben ringsum geschaut, wie es andere machen. Wir sind gewillt, in unserem Bereich zusammenzuarbeiten, denn wir werden als Feuerwehrleute immer weniger und müssen den Problemen, die täglich anstehen, geschlossen entgegentreten."

Die in der Satzung vorgesehene Entschädigung von 5 Euro pro Einsatz und 2,50 Euro pro Schulungstag empfand Ratsmitglied Peter Jagolski als "recht wenig", vor allem, wenn man Summen von 8 Euro pro Ausbildungstag in Stendal oder 30 Euro in Burg im Kopf habe. "Wir hatten bei dieser Satzung aber auch die haushaltspolitische Situation der Einheitsgemeinde im Blick", führte Gerry Michlik aus. Fragen gab es zu den neuen Strukturen der Zugführer und Stellvertreter mit festgelegten Aufgabenbereichen wie Aus- und Fortbildung, Haushaltsplanung oder dem Sicherheitsbeauftragten. Die neue Einheitsgemeindewehr sei in fünf Bereiche, je nach geografischer Lage mit vier oder fünf Wehren, eingeteilt, die von den künftigen Zugführern Thomas Lemme (Bittkau), Hans-Joachim Schulze (Tangerhütte), Rüdiger Wichmann (Weißewarte), Thomas Rudel (Groß Schwarzlosen) und Heiko Krüger (Kehnert) betreut werden.

Ratsmitglied Marcus Graubner appellierte noch einmal in die Runde: "Wenn ich an den tragischen Großbrand, der kürzlich in Schernebeck passiert ist, denke, dann halte ich es für ausgesprochen wichtig, dass wir das Zusammenwachsen unserer Wehren positiv begleiten. Ich bitte darum, den Satzungen zuzustimmen, aber auch die Wehrleitung künftig am Projekt Neubau Feuerwehrgerätehaus intensiv zu beteiligen."

Beide Satzungen wurden vom Ortschaftsrat Tangerhüttes einstimmig befürwortet und sollen am 20. April im Stadtrat zur Beschlussfassung vorliegen.