Stendal. Und es gibt ihn doch – den Eisernen Vorhang. Er trennt nicht Ideologien, sondern Räume, und er soll schützen. Im Fall des Falles nämlich vor Feuer, das auf der Bühne des Theaters hoffentlich nie ausbrechen mag, aber doch einkalkuliert wird. Der Eiserne Vorhang, dieses zehn Meter breite stählerne Ungetüm, senkt sich auf Kommando der Feuerwehr zwischen Bühne und Zuschauerraum, wenn es zu solch einem Notfall kommen sollte. Aber auch wenn gerade nicht gespielt wird, ist er gesenkt.

Der Eiserne Vorhang ist Teil der ausgeklügelten und den Laien staunenmachenden Bühnentechnik. Knapp 200 Scheinwerfer sowie 18 Maschinenzüge, an denen Vorhänge, Dekorations- und Kulissenteile hängen, sind das technische Herzstück einer jeden Aufführung. Und Peter Christeleit hat all dies in der Hand. Seit 13 Jahren ist er Maschinist am Theater der Altmark. "Ich habe einen Plan, welcher Zug was macht, vom Inspizienten bekomme ich ein Zeichen, wann was dran ist." Mit ihm wie auch Ton und Licht ist er per Funk in Kontakt, auf einem Monitor sieht er die Bühne.

Wie ein Kranfahrer sitzt Christeleit an seinem Pult auf der ersten Arbeitsgalerie über der Hinterbühne. Mit zwei Joysticks und einigen Tasten und Schaltern setzt er alles in Bewegung, was bewegt werden soll und was zuvor in akribischer Arbeit montiert und eingestellt wurde. "Bei den Scheinwerfern zum Beispiel, da hat jedes Stück seine eigene Einstellung, das wird alles per Hand gemacht." Jeder Scheinwerfer hat eine Nummer.

Außer dem Eisernen Vorhang und dem Hauptvorhang gibt es die unzähligen schwarzen Samtvorhänge, die im hinteren Bühnenbereich das Licht absorbieren sollen. Den Schleiervorhang aus Gaze und Tüll, der verschieden beleuchtet werden kann und eine milchige Wirkung erzielt. Und schließlich die Schalldecke – eigentlich auch ein Vorhang, der aus sieben Lagen Stoff und Folie besteht, der bei Umbauten hinter dem Hauptvorhang runtergelassen wird und den Schall schlucken soll.

Eine heikle Angelegenheit können diese Vorhänge sein. "Da kommt es manchmal drauf an, sie punktgenau zu setzen", erklärt Peter Christeleit. Denn sonst gibt es Probleme auf dem Rollenboden, auch Schnürboden genannt. In zwölf Metern Höhe, da, wo die Maschinenzüge über Umlenkrollen geführt werden, könnten sich bei ungenauer Arbeit die Seile lockern und verheddern. "Man muss immer aufmerksam sein", sagt Peter Christeleit, "aber ich mache diese Arbeit gern. Das ist meine Erfüllung."

 

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