Mit ihrem Beitritt zur Kommunalen IT-Union ist die Hansestadt Stendal am Donnerstag in den Kreis der wachsenden EDV-Familie der sachsen-anhaltischen Kommunen aufgenommen worden. Die Stadtverwaltung verspricht sich Vorteile und Kosteneinsparungen bei der Bewältigung der künftigen Aufgaben und der zunehmenden Datenflut.

Stendal. Bei der En-Gros-Eingemeindung der 13 bis dahin selbständigen Gemeinden habe es erhebliche Probleme dabei gegeben, die Haushaltsprogramme in das System der Hansestadt einzugliedern. Dieses Beispiel schilderte OB-Stellvertreter Axel Kleefeldt und wollte damit verdeutlichen, wie dringend die Stadtverwaltung die Gemeinschaft in der Kommunalen IT-Union (KITU) braucht. Um solche Schwierigkeiten künftig auszuschließen, ist die Hansestadt Stendal am Donnerstag dieser genossenschaftlich organisierten kommunalen Vereinigung beigetreten. Der Stadtrat hatte im Februar den Weg dorthin mit einem entsprechenden Beschluss geebnet.

Die Kooperation mit anderen Kommunen auf dem Gebiet der Informationstechnologie (IT), der Austausch von Daten untereinander, günstigere Bedingungen beim gemeinsamen Einkauf von Hard- und Software, sprich: im Dutzend billiger – das sind die Vorteile, die Oberbürgermeister Klaus Schmotz in der KITU-Mitgliedschaft sieht. Beispielsweise könnten bei der Nutzung des gemeinsamen Ratsinformationssystems die großen Papierberge, die Woche für Woche das Rathaus in Richtung Stadträte und Ortsbürgermeister verlassen, erheblich reduziert werden, indem stattdessen E-Mails verschickt werden.

Einen weiteren Aspekt der kommunalen Zusammenarbeit beschrieb KITU-Vorstand Dr. Michael Wandersleb, der dem OB am Donnerstag die Beitrittsurkunde ins Rathaus brachte: Einerseits erwarten die Bürger mehr Öffnung und Transparanz der Verwaltung, auf der anderen Seite lauern die Gefahren des weltweiten Netzes, müsse für Datensicherheit gesorgt werden. In diesem Spannungsfeld, so Wandersleb, könnten sich die Kommunen nicht mehr wirkungsvoll allein bewegen.

Doris Barniske, die in der Stadtverwaltung für den IT-Bereich verantwortlich ist, sieht mit dem KITU-Beitritt Erleichterungen auf sich und ihre Mitarbeiter zukommen. Andernfalls, so sagte sie, müsste ihr Bereich personell aufgerüstet werden, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

1200 Euro Beitrag

Für die Mitgliedschaft in der KITU, die Beratung und informationstechnische Dienstleistungen anbietet, zahlt die Stadt jährlich einen Beitrag von 1200 Euro und muss einmalig eine Genossenschaftseinlage von 5000 Euro hinterlegen. Im Gegenzug erhofft sich die Stadt ein Mehrfaches an Kosteneinsparungen.

Die Genossenschaft ist im Dezember 2009 von der Landeshauptstadt Magdeburg, der Gemeinde Barleben und dem Dienstleister Kommunale Informationsdienste Magdeburg gegründet worden. Stendal ist das 17. Mitglied. Neben großen Städten wie Magdeburg oder Halberstadt gehören ihr auch kleine Kommunen wie die Gemeinde Huy oder auch der Landkreis Saalekreis an. In Anspielung an einen Werbeslogan für den Brocken begrüßte Michael Wandersleb die Hansestadt Stendal als "das Höchste im Norden" im Kreise der KITU-Mitglieder.