In Vollenschier entsteht eine Kurzumtriebsplantage (KUP) auf der Holz zur Energiegewinnung angebaut wird. Der Aufbau der regionalen Energieversorgung wird im Rahmen des Projekts Bioenergie-Region Altmark unterstützt.

Vollenschier. Energiegewinnung durch nachwachsende Rohstoffe wird mehr und mehr zum Thema. Der Vollenschierer Landwirt Hans-Georg von Engelbrechten will Energieholz aus Pappeln gewinnen. Dazu werden 12 000 bis 14 000 Bäume gepflanzt. Neben Flächen für die Ernte von Energieholz entstehen Vermehrungsflächen, um Stecklinge zu ernten.

Der "Startschuss" für die Pflanzung einer KUP in Vollenschier gab am Sonnabend Landrat Jörg Hellmuth. In Nähe des Dorfes wurden auf einer Fläche von zwei Hektar Pappeln gepflanzt, die im Kurzumtrieb geerntet und zu Energieholz verarbeitet werden sollen. Auf guten Böden erfolgt die Ernte bereits nach zwei bis drei Jahren, auf weniger guten nach vier bis fünf Jahren. Die Bäume erreichen in dieser Zeit eine Höhe von vier bis fünf Metern. Sie werden geschlagen und treiben wieder neu aus.

Zur KUP-Pflanzaktion nutzte von Engelbrechten eine von ihm entwickelte Pflanzmaschine, die von einem Traktor gezogen wird. Sechs Mann sitzen auf der Maschine und bestücken die Vorrichtungen mit den Stecklingen, die in die Erde kommen. Gleichzeitig wird eine Bewässerungsleitung in die Bodenfurche gelegt. Für den altmärkischen Sandboden ideal.

Bei dem Standort in Vollenschier handelt es sich um einen Grenzertragsstandort, der Aufgrund des sandigen Bodens kaum für die Nahrungsmittelproduktion geeignet ist. Um den Pappeln das Anwachsen zu erleichtern, werden bei der Pflanzung die besagten Bewässerungsschläuche mit in die Erde verlegt. Der Landwirt rechnet damit, dass er die Pflanzen etwa ein Jahr lang bewässern muss.

Markus Reister, Vorsitzender von Maschinenring, und selbst Landwirt, begrüßt das Vorhaben von Engelbrechtens: "Es ist gut, dass ein Landwirt in der Altmark den Schritt gewagt hat und eine solche Maschine in die Region gebracht hat." Reister sieht den Vollenschierer Landwirt als Vorreiter auf dem Gebiet der KUP. Er kann sich zudem vorstellen Energieholz an bahnbegleitenden Strecken oder neben Autobahnen einzurichten. "Für Landwirte geben diese Flächen weitehin Ertrag", begründet er. Zudem verweist er auf die Massenkarambolage auf der A19 am Freitag bei Rostock, wo ein Sandsturm die Sicht der Autofahrer stark behinderte. Er meint, mit einem Pappelstreifen am Feldrand könne dem vorgebeugt werden.

Die Idee Energieholz im Kurzumtrieb auf landwirtschaftlichen Flächen anzubauen, fand bei Landwirten der Region Interesse. So schauten sich am Sonnabend einige Interessenten die Pflanzaktion an. Sie werden die Entwicklung beobachten und auch über KUP nachdenken.

Neben der Pappel sind auch Weide oder Robinie zum Anbau geeignet. Endprodukt sind Holzhackschnitzel, die in dezentralen Biomasseheizanlagen verbrannt werden. Absatzmöglichkeiten bieten Anlagen zur Wärmeversorgung von öffentlichen Gebäuden, Gewerbebetrieben oder der landwirtschaftliche Eigenbedarf.

Bilder