Von Ulrich Hammer

Stendal. "Die jungen Alten" sind wörtlich zu nehmen. Setzt sich die Laiengruppe vom TdA doch aus mindestens drei Generationen altersmäßig zusammen. Was sie vereint, ist Lust am gemeinsamen Spiel.

Nach "Moment" und "Du, ich und doch wir" präsentierten die 15 Spielerinnen und Spieler unter der Leitung von Robert Grzywocz nunmehr den Einakter "Rede, wem Gesang gegeben" von Horst Helfrich.

Eigentlich wollten die Sängerinnen und Sänger darin im gemischten Chor ja ein Konzert mit Franz Schuberts "Der Tanz" geben. Doch es kam ganz anders. Ihr Chorleiter "stolperte" schon beim Takt geben. Immer tiefer verhedderte er sich in Rückblickerinnerungen um das an einer Schnellstraße gelegene Hotel während der letzten Gastspielreise, verwechselte Orte und Länder in Gedanken um Kommendes und auch ein versteckter Schluck aus dem Flachmann half nicht mehr. Am Schluss lag der Chor wörtlich genommen "am Boden zerstört" durch seinen komödiantisch aufspielenden Leiter.

Im zweiten Teil stellte sich eine wahre Typenschau in der U-Bahn vor. Mit Spieleifer, Spaß an der Sache hatte die Gruppe "Linie 1" adoptiert. Von heruntergekommenen Clochards über die Dame von Welt, von keck auftretenden Lespen bis zum strengen Familienvater, vom "deutschnationalen" Stänker bis zum jugendlichen Spanner waren sie alle versammelt, gaben ihr Statement und gingen wieder. U-Bahn Alltag, gekonnt wiedergegeben.

Schließlich standen alle im Halbrund um die beiden "Alten", die, sich ineinander verhakelnd kämpfend um einen Euro, zu Boden gingen.

Beifall für viel Spielfreude, Einfühlungsvermögen und geglückte Unterhaltung für die zahlreich erschienenen Besucher.