Stendal. Es hat sich ausgeschnattert. Hans-Joachim Wöhlerts Ente wurde entführt. "Dabei wollte ich sie bis zum ersten Mai fett füttern", erzählt Wöhlert, der zwar verärgert ist, aber nach dem ersten Schock inzwischen wieder scherzen kann.

In der Nacht zum vergangenen Mittwoch kamen die Diebe angeschlichen, stiegen über den Zaun auf die Terasse in der Scharnhorster Straße und packten ohne Erbarmen zu. "Ich haben nicht einen Mucks gehört", erinnert sich Wöhlert. Auch die Solarleuchte nahmen sie mit – ein Geburtstagsgeschenk von Wöhlerts Tochter. Der ideelle Wert ist hoch: "Da hängt man dran". Genauso wie an der Ente, die eigentlich gar keine ist. Sondern ein Bewegungsmelder, der einfach nur aussieht wie eine. "Sie hat so viel Freude gemacht", sagt der 72-Jährige wehmütig und zeigt auf einen Stein, auf dem sie einst schnatterte. Er erzählt von Passanten, die am Haus vorbei gingen und angequakt wurden, sich umdrehten und suchend umher schauten. Er lacht. "Was war denn das?, fragten viele. Andere sagten: Halten die sich hier jetzt sogar Enten?"

Neben ihrem Stammplatz, gut einen Meter weiter, leuchtete immer die 60 Zentimeter hohe Solarlampe. Wöhlert senkt den Blick. "Vielleicht haben die Diebe ein Herz und bringen meine Sachen wieder zurück. Sie brauchen sie nur über den Zaun zu stellen. Vielleicht merken sie, dass sie einen Fehler gemacht haben", hofft er. Auch ein Blumentopf wurde gestohlen.

"Und alles niedergetrampelt haben sie", sagt Wöhlert mit erregter Stimme. Er steht auf, geht zum Zaun "Schauen Sie", sagt er und zeigt auf ein kleines Blumenbeet, "hier hatten die Diebe alles verwüstet. Das mussten wir wieder in Ordnung bringen." Er erinnert sich noch ganz genau an den Moment, als er realisierte, dass sich etwas auf der Terasse verändert hatte: "Ich stand wie jeden Morgen um 7.30 Uhr auf und ging zur Terassentür. Da merkte ich, dass es hier anders aussah. Und dann entdeckte ich, dass die Ente und die Leuchte fehlten."

Es war nicht das erste Mal, dass Familie Wöhlert bestohlen wurde. Die Diebe haben sich auch an anderen Pflanzen und der Außendekoration bedient.Hans-Joachim Wöhlert wusste sich zu helfen: "Wir nageln inzwischen unsere Blumenkästen und Töpfe fest." Und alles, was nicht festgenagelt werden kann, wird im Haus verstaut. Dann zeigt er auf eine Plastikkrähe, die im Blumentopf sitzt. "Seitdem die hier sitzt, kommt keine Taube mehr." Wenn man Diebe doch auch nur so einfach fernhalten könnte...