"Grenz- und Naturerlebnisse im Drei-Länder-Eck" verspricht das Motto des diesjährigen Elberadeltages. Sieben Touren werden den Teilnehmern am 1. Mai angeboten, vier davon führen sternförmig nach Wanzer, entlang der Elbe, durch das Grüne Band und über die Landesgrenzen nach Niedersachsen und Brandenburg.

Stendal. Das kleine Dorf Wanzer hat sich Großes vorgenommen: Es will am 1. Mai Gastgeber für mehr als 1500 Radler sein. So viele waren es zum Rekord-Elberadeltag 2009 in Beuster und diese Schallmauer wollen die Organisatoren des Elberadeltages 2011 durchbrechen.

"Kriegen wir das gebacken?", fragte der Seehausener Verbandsgemeindebürgermeister Reinhard Schwarz zuerst sich und dann die Leute in Wanzer. Die prompte Zusage des dortigen Feuerwehr- und des Mühlenvereins, sich als Organisatoren voll reinzuhängen, und ein inzwischen mit weiteren Partnern auf die Beine gestelltes Programm, das bunter kaum sein könnte, geben die Antwort.

Ab 12 Uhr werden die Radler am 1. Mai in Wanzer erwartet und standesgemäß begrüßt. Kurze Rede des Bürgermeisters, Willkommensworte von einem Vertreter der Gemeinde Aland sowie Gesang und Gitarrenklänge der "Neulinge" werden den Auftakt bilden. Die jungen Musiker sind im Anschluss bis gegen 15 Uhr an der Bockwindmühle zu erleben, die den Besuchern den ganzen Radeltag über ebenso offen steht wie das Heimatmuseum. Und wer die nördlichste Ecke der altmärkischen Heimat naturnah erkunden möchte, sollte an einer der Führungen in das Biosphärenreservat "Mittlere Elbe" teilnehmen.

Das Rad kann in dieser Zeit oder während des Bummels entlang der Markstände mit Kunsthandwerk, Wein, Heide-Spezialitäten und manch anderem in einem der rund 200 Fahrradständer geparkt werden. Die "Triathlon-Füchse" aus Osterburg stellen sie zur Verfügung, während die Gemeinde für Sitzgarnituren sorgt. Dort Platz zu nehmen ist jeder eingeladen, der sich an einem der Stände verschiedener Vereine der Region mit süßen Leckereien oder einer herzhaften Mahlzeit stärken möchte. Linedancer treten auf, am Nachmittag wird die Osterburger Blaskapelle spielen, den ganzen Tag über ein singender Akkordeonspieler unterhalten. Das Blaulicht-Museum Beuster ist mit historischen Fahrzeugen dabei, die Feuerwehr aus Seehausen mit der Drehleiter, von deren Spitze Besucher eine Blick in die Elblandschaft werfen können.

All das wird genießen können, wer sich am 1. Mai in Seehausen, Wittenberge, Arendsee, Lenzen oder Geestgottberg in den Sattel schwingt. Von dort starten und dort enden am späten Nachmittag auch wieder die Radtouren, die den Elberadel-Hauptort Wanzer ansteuern.

Zwischen 30 und 65 Kilometer werden von den Teilnehmern unter die Pedale genommen. Auch wenn gemütlich geradelt und es auf jeder Tour erholsame wie sehenswerte Zwischenstopps geben wird, sollte man ein gewisses Maß an Fitness mitbringen. Gerade zum Saisonstart kann man sich leicht überschätzen, wissen die Organisatoren aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. Die sagt ihnen übrigens auch, dass es ratsam ist, etwas Wegzehrung auf die Strecke mitzunehmen. "Eine Wasserflasche und eine Banane genügen da schon", rät Thomas Hartwig, einer der Organisatoren und Tourbegleiter.

Einstecken sollte man auch etwas Kleingeld für die Fähren, die auf den Touren 1, 3, 5 und 6 (siehe Info-Kasten) zu bezahlen sind. Die Radler der Stendal-Wanzer-Tour benötigen zudem 7 Euro für das Hopper-Ticket. Denn sie werden von Stendal mit dem Zug bis Geestgottberg fahren, während ihre Räder bis dahin mit einem Lkw der Bundeswehr transportiert werden – und am Abend von dort auch zurück. Auf der Rückfahrt gibt es einen Abstecher nach Schnackenburg und ins dortige Grenzlandmuseum. Über Wittenberge geht‘s für die Radler nach Geestgottberg zurück. Wer sich für diese Route entscheidet, wird am 1. Mai also durch drei Bundesländer radeln.