Stendal (nk). Noch beherrschen die antiken Fischteller die Szenerie im Winckelmann-Museum. Bis Ostern wurde die Sonderausstellung verlängert. Dann aber gibt es einen Wechsel vom nassen Element zum heiß-trockenen. "Bilder der Wüste" heißt die neue Sonderausstellung, die am Sonnabend, 30.April, um 15 Uhr eröffnet wird.

Sie vereinigt das Werk zweier israelischer Künstler, die ihre künstlerische Inspiration aus der Wüste Negev, ihrer Wahlheimat, ziehen. "Die Malerin Sabine Kahane taucht mit ihren charakteristischen Acrylmalereien und Zeichnungen nicht nur in die einzigartige Wüstenlandschaft ein, in die stets wechselnden Farben des Lichts und der Formen der Landschaft, sondern verbindet sie in überraschender Weise mit der Geschichte der Negev, die zugleich die Geschichte Israels und des israelischen Volkes ist", heißt es dazu in der Vorankündigung des Museums.

In 99 Gemälden reflektiert sie diese Landschaft und imaginiert spirituelle Geschehnisse, die die Bibel überliefert und die so wieder verlebendigt werden. Ihre Arbeiten werden erstmals in Deutschland gezeigt.

Sabine Kahane wurde in einer Künstlerfamilie in Berlin geboren. Ihr Vater, Werner Klemke, war ein bekannter Buch-Designer, Illustrator und Bibliophiler, ihre Mutter eine Malerin. Fasziniert von Museen und Galerien studierte sie an der Kunsthochschule in Berlin. 1984 übersiedelte sie mit ihrem Mann Chaim Noll nach Westdeutschland, 1991 nach Rom und schließlich 1995 nach Israel. Seit 1997 wohnt sie in der Negev.

Chaim Noll liest zur Ausstellungseröffnung

Arie Bar Lev, ein bekannter israelischer Fotograf, hält mit seiner Kamera ebenfalls Farben und Formen der Wüste fest, entlockt seinen Motiven Stimmungen und entdeckt Landschaften, die oft anthropomorphe Formen in seinen Fotografien annehmen. "Es sind sein scharfes Auge und künstlerischer Blick zugleich, die seine Fotographien unverwechselbar machen", lautet das Urteil in der Ausstellungsvorschau.

Begleitet wird die Ausstellung durch Texte von Chaim Noll, der in einem dem Katalog vorangestellten Essay in das Thema Wüste einführt und die Bilder seiner Frau Sabine Kahane literarisch begleitet.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend, 30. April, 15 Uhr liest der Schriftsteller aus seinem Werk "Die Metapher Wüste. Literarische Annäherung an eine Landschaft".

Ein Büchertisch mit Werken von Chaim Noll steht bereit – mit der Möglichkeit, sich die Werke signieren zu lassen. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Hof des Winckelmann-Museums.

Die Ausstellung wird bis 19. Juni in Stendal zu sehen sein und wird dann in Hamburg und Berlin gezeigt.

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