Tornau. Der Tornmauer heimatverein hat sich zu Ziel gesetzt, Traditionen im Ort zu pflegen, Vergangenes zu erkunden und vor dem Vergessen zu bewahren. Dazu gehört, sich mt der heimatgeschichte auseinander zusetzen. Vereinsmitglied Sieglinde Lühe hat sich dieser Aufgabe gestellt. Lange und intensiv hat sie sich mit Tornau befasst und ein Buch über das Dorf zusammengestellt. Es trägt den Titel "Mein heimatdorf Tornau". Es ist ein wahrer Fundus für Heimatliebende und Interessenten der Dorfgeschichte.

Sieglinde Lühe recherchierte über jedes Haus im Dorf. Sie sprach mit den bewohnern, sah sich alte Fotoaufnahmen an und dokumentierte schließlich das Leben in diesen Häusern. So kennt sie nicht nur die heutigen Bewohner, sondern weiß auch, wer vordem dort gelebt hat. Als "wandelndes Lexikon", bezeichnet Vorstandsmitglied Nico Stiller sie.

Auf 100 Seiten sind 740 Fotos über Tornau abgebildet. Nicht nur die Gehöfte sind zu sehen, enthalten sind auch Bilder von der ehemaligen Schule. Sogar Klassenfotos sind darin zu finden. Wer einst in Tornau die Schulbank drückte, kann sich und seine Schulgefährten eventuell in dem Buch wiederfinden. Im Buch abgebildet ist außerdem eine alte Luftbildaufnahme von 1968. Dem gegenüber gibt es eine Aufnahme aus dem Jahr 2009.

Mit einer solchen Luftbildaufnahme und einem Strauß bunter Tulpen bedankten sich Nico Stiller und Marita Finke, Vorstandsmitglieder des Heimatvereins, für das Engagement der Tornauerin. Sie nutzten die Mitgliederverammlung am Mittwochabend, um das Vereinsmitglied mit dieser Ehrung zu überraschen.

Sieglinde Lühe bedankt sich für die Ehrung durch den Tornauer Heimatverein. Danke sagt sie auch allen Tornauern und ehemaligen Dorfbewohnern für die Bereitstellng von Fotos oder Informationen.

Anliegen des Buches ist es, der Liebe zur Heimat Ausdruck zu geben, an Vergangenes zu erinnern. Auf den Heimatort stolz zu sein, dafür gibt es vielerlei Gründe. Lühe zählt auf: Man wird dort geboren, findet die große Liebe oder sieht dort die Kinder aufwachsen, auf dem Friedhof wird der Verstorbenen gedacht, die einem lieb waren. Aber auch Kriegsvertriebene haben eine neue Heimatstatt gefunden."Ich empfinde es als schön, nach der wunderbaren Kindheit in Hassel ein zweites Zuhause in Tornau gefunden zu haben. Ich lernte viele nette Menschen kennen und uns alle verbindet ein gewisser Lokalpatriotismus", erklärt Lühe. .

Anlass und Inspiration war für Sieglinde Lühe der 60. Geburtstag ihrer Freundin Margrit Stiller. "Ich hätte nicht gedacht, dass das Werk so ein großes Interessse auch über die Grenzen des Dorfes hinaus wecken könnte", berichtet die Autorin. Fast alle Einwohner haben das Werk bestellt. Außerdem gehen Bestellungen nach Amerika, Holland und in viele Teile Deutschalnnds, wohin es halt ehemalige Tornauer verschlug. "Das zeigt doch die Heimatverbundenheit", macht Lühe deutlich. "Letztendlich gehören wir bewohner doch alle zu der großen Familie der Tornauer und dieser Gedanke vereint und stimmt glücklich."

Wenn Exemplare dieses Fotobuches unsere Zeit. überdauern und Heimatinteresssierten Auskunft bietet, ist es der "schönste Lohn" für Sieglinde Lühe. "Ich habe Wurzeln geschlagen., darum ist edas Buch so gut gelungen", begründet Lühe mit einem Augenzwinkern.