Es ist ein wahres Erfolgsrezept: Schüler werden ab der 8. Klasse begleitet, können ihre Stärken und Interessen kennenlernen und sich für die Berufswelt fit machen. Das Zukunftscamp Future Now Altmark ist seit Sommer 2010 in vollem Gange. Im Kindererholungszentrum Arendsee wurden Weichen für die Zukunft gestellt.

Stendal. 60 Jugendliche aus der gesamten Altmark hatten im Sommer vergangenen Jahres die Chance, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Es ging darum, persönliche Kompetenzen zu entdecken, und diese für die berufliche Zukunft nutzbar zu machen. Diese vertiefte Berufsorientierung erfolgte in Projektgruppen, Seminaren und gemeinsamer Freizeitgestaltung. Die Wochen im Sommercamp haben die Jugendlichen nachhaltig geprägt, nicht zuletzt auch, weil sie in nachfolgenden Treffen über ihre dort erlebten Erfahrungen sprechen konnten und ihre Lebensplanung fortführten. "Ein tolles Projekt, gerade für junge Schüler, die sich unsicher sind", sagte Olaf Ruch, Geschäftsführer der Arbeitsagentur, während der Infoveranstaltung für Eltern und Schüler.

Zur Einstimmung sahen diese einen Film vom Offenen Kanal über das vergangene Sommercamp – Eindrücke, die zeigen, wieviel Spaß die jungen Leute hatten. Die Jugendlichen, die seit 2010 dabei sind, haben bereits weitere Treffen besucht, die Wiedersehensfreude war dementsprechend groß. So lernten sie doch nicht nur für ihre Zukunft, sondern auch neue Freunde aus der ganzen Altmark kennen. "Nächstes Mal geht es dann in den Harz, da wir im KiEZ Arendsee nicht so viele Computerplätze haben, die aber für Bewerbungen notwendig sind", blickte Petra Schweckendieck von den Grone-Schulen voraus. Während die erste Gruppe in den Harz fährt, geht es diesen Sommer schon mit der zweiten Runde weiter: Vom 1. bis 22. August treffen sich erneut 50 Jugendliche aus der Altmark zum Sommercamp in Arendsee. Derweil laufen die Bewerbungen an den Sekundar- und Hauptschulen der Altmark.

Zwei Jugendliche, die es bereits hinter sich haben und mitten in der Berufsplanung stecken, sind Robin Pustiowsky und Markus Schulz. Sie stellten ihre Erlebnisse in einer Präsentation vor. "Es war eine Herausforderung, aber hat allen viel Spaß gemacht", so Robin. "Die meisten von uns wissen jetzt, was sie werden wollen, und haben ihre Bewerbungen überarbeitet", fügt Markus an. Neben dem Besuch von verschiedensten Unternehmen kam aber auch die Freizeit nicht zu kurz. Höhepunkt war das Abschlusscampfestival, bei dem der Besucherandrang groß war. Markus: "Wir sind gut vorbereitet und sehen die Zukunft positiv."

Das hören Sabine Kollek und Petra Schweckendieck, die die Jugendlichen über längeren Zeitraum begleiten und sich über erste Erfolge freuen, natürlich gern. Damit auch die Eltern einmal sehen, was ihre Kinder bereits geschafft haben, konnten sie sich im BiZ der Arbeitsagentur informieren. Berufsberater Michael Görnemann stand den Anwesenden mit Rat zur Seite. Er zeichnete ein positives Bild vom Ausbildungsmarkt in der Altmark, sei doch das Stellen-Bewerber-Verhältnis gut. Drei Unternehmen gaben zudem einen Einblick in ihre Ausbildungsmöglichkeiten: das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Kreisverband Östliche Altmark, die Firma Eon Avacon und die Handelshof Stendal GmbH.

Olaf Ruch machte deutlich, wie wichtig es sei, gut ausgebildete Fachkräfte in der Region zu halten, besonders im Zuge des demografischen Wandels.