Stendal (ht). Sie ist noch nicht einmal gegründet und sorgt schon für politische Wellen: die künftige Energieagentur, auf die sich SPD und CDU im Koalitionsvertrag geeinigt haben. Denn in der Öffentlichkeit ist jetzt unter anderem vom Stendaler FDP-Kreischef Marcus Faber der Eindruck erweckt worden, dass der einstige SPD-Bundesabgeordnete Marko Mühlstein aus Stendal die Agentur leiten soll. In einer Pressemitteilung spricht Faber von "Vetternwirtschaft" und dass Mühlstein bereits nach seiner Wahlniederlage 2009 einen "gut dotierten Job" in der Landesvertretung erhalten habe.

"Was Herr Faber sagt, ist Kokolores", erklärte Mühlstein am Montag gegenüber der Volkstimme. Von einem gut dotierten Job in Berlin könne keine Rede sein. "Ich bin dort Sachbearbeiter, so wie ich es vor der Wahl beim Landesbetrieb Bau Nord Stendal war." Außerdem sei völlig offen, wer die noch zu schaffende Energieagentur leiten wird. "Dafür wird es eine ordentliche Ausschreibung geben. Alles andere ist reine Spekulation", so der Sozialdemokrat. Mühlstein hatte bei den Koalitionsverhandlungen in Magdeburg die SPD in der Arbeitsgruppe Umwelt und Energie vertreten. "Wir waren uns mit Umweltminister Aeikens schnell einig, dass wir eine solche Energieagentur in Sachsen-Anhalt brauchen", schilderte Mühlstein. Denn in den Bereichen Beratung, Vernetzung, Forschung und Produktion gebe es Defizite.

Zudem arbeiten solche Energieagenturen bereits in fast allen Bundesländern, außer in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und eben Sachsen-Anhalt. Doch laut Mühlstein sei Thüringen dabei, eine solche Agentur aufzubauen, und Mecklenburg-Vorpommern will im kommenden Jahr nachziehen.