Arneburg (dsc). Heute feiern Werner und Loni Nagel aus Arneburg ihre diamantene Hochzeit. Zum 60-jährigen Ehejubiläum plante die Familie eigentlich ein großes Fest in der Burggaststätte. Dieses muss leider verschoben werden. Loni Nagel erlitt einen Schlaganfall und befindet sich derzeit in einer Reha-Klinik.

"Ich würde sofort wieder Ja sagen", erklärt der 84-jährige Jubiläumsbräutigam. Mit seiner Ehefrau, die gestern ihren 80. Geburtstag feierte, ist er während der zurückliegenden Jahrzehnte durch dick und dünn gegangen.

Loni Nagel ist keine gebürtige Altmärkerin. Aufgewachsen ist sie auf dem Gebiet des heutigen Polen. 1945 wurde sie von ihrer Mutter und ihrer Schwester getrennt und kam in ein Lager. Während dieser Zeit musste sie als junges Mädchen beim Aufbau des Flughafens in Posen helfen. 1947 gelang ihr gemeinsam mit einer Freundin – der Kontakt besteht heute noch – die Flucht nach Breslau. Weiter ging es nach Sachsen. Über das Deutsche Rote Kreuz fand Loni Nagel ihre Mutter und Schwester wieder. Sie waren mittlerweile nach Arneburg gekommen. Loni Nagel kam 1949 nach. Arbeit fand sie in der Konservenfabrik.

Bei einer Tanzveranstaltung lernte sie während ihres ersten Jahres in der Elbestadt Werner Nagel kennen. 1951 ließen sie sich trauen. Drei Kinder sowie drei Enkelkinder gingen aus der Ehe hervor. Von 1970 bis zur Stilllegung war die Arneburgerin im damaligen Kernkraftwerk tätig.

Werner Nagel stammt aus Arneburg. 1947 kehrte er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück in seine Heimatstadt. 1948 fand er Anstellung in der Konservenfabrik. Von 1940 bis 1943 hatte er dort bereits seine Lehre absolviert. Bis zur Rente 1990 war er dort beschäftigt und hatte es weit gebracht: "Vom Lehrling bis zum Betriebsleiter."