Vor neun Jahren waren sie das erste Mal in Stendal. In diesem Jahr kommen die Landessportspiele für Behinderte und ihre Freunde erneut in die Hansestadt. Mehr als 1000 Teilnehmer werden am 3. September auf dem Sportgelände des Berufsschulzentrums an der Schillerstraße erwartet.

Stendal. Der Staffelstab, den der Behinderten-Rehabilitations- und Senioren-Sportverein Stendal (BRS SV) im Jahr 2002 stiftete und der seitdem durch Sachsen-Anhalt wanderte, ist nach Stendal zurückgekehrt. Der Verein, übrigens der größte Sportverein des Landkreises Stendal, ist nach neun Jahren erneut Ausrichter der Landessportspiele für Behinderte und ihre Freunde. Am 3. September erwartet er als Gastgeber mehr als 1000 behinderte und nicht behinderte Teilnehmer auf dem Sportgelände am Berufsschulzentrum in der Schillerstraße.

Für die Geschäftsführerin des veranstaltenden Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Sachsen-Anhalt (BSSA), Andrea Holz, sind die vor 21 Jahren ins Leben gerufenen Landessportspiele ein "deutschlandweit einmaliges Integrationssportfest". Da Behinderte jeweils mit einem nicht behinderten Partner an den Start gehen, werde hier echte Integration praktiziert, sagte sie gestern auf einer Pressekonferenz in der BRSSV-Geschäftsstelle im Haus der Vereine in Stendal.

Die Behinderten und ihre Freunde werden auf dem Freigelände und in der Sporthalle des Berufsschulzentrums in sechs Disziplinen (Näheres dazu lesen Sie heute im Sportteil der Volksstimme) jeweils paarweise antreten. Die Leistungen beider werden addiert, und bei vorderen Plätzen steigen beide gemeinsam aufs Treppchen.

"Ein Großteil der behinderten Teilnehmer wird bereits mit Partnern anreisen", berichtete Andrea Holz über ihre Erfahrungen. "Wenn das nicht möglich ist, zum Beispiel bei größeren Gruppen aus Behinderteneinrichtungen, stellen wir Partner zur Verfügung." So werden am 3. September 118 Schülerinnen und Schüler des Stendaler Winckelmann-Gymnasiums als potenzielle Sportpartner bereitstehen. "Wir sind der Schule sehr dankbar, und ich bin sicher, der Umgang mit den Behinderten wird für die Schüler eine tolle Erfahrung sein", so die BSSA-Geschäftsführerin.

Letztlich geht es bei diesem Sportfest um Spiel und Spaß und nicht um Höchstleistungen. So sind die von Sportchef Peter Frauendienst entwickelten Disziplinen mit viel Humor und Lokalkolorit versehen. Für den Roland-Zielwurf beispielsweise wird mit Unterstützung des Stendaler Berufsbildungswerks eine Art Torwand mit verschieden gro-ßen Wurflöchern in Gestalt des Stendaler Rolands gebaut.

Der BRS SV Stendal will den 21 bisherigen Landessportspielen eine weitere gelungene Veranstaltung hinzufügen. Der heute größte Sportverein im Landkreis unter Vorsitz von Werner Heine hat seine Urspünge in der 1977 von seinem Bruder Gerhard Heine gegründeten Versehrtensportgruppe. Die Gruppe, der vor allem Kriegsversehrte angehörten, schloss sich ein Jahr später als Sektion Versehrtensport der BSG Post Stendal an. Auf 227 Mitglieder angewachsen, trennte sich die Sektion 1998 von der BSG Post und formierte sich als eigenständiger BRS SV neu. Heute gehören ihm laut Werner Heine 556 Mitglieder an, darunter auch eine Seniorentanzgruppe.