Stendal (cp). Zerstörung, Katastrophe, Trauer, Neuanfang – 25 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl sind auch heute noch die Auswirkungen des Super-Gaus spürbar und sichtbar. Anlässlich des gestrigen 25. Jahrestags des Unglücks organisierte das Hilfswerk "Kinder von Tschernobyl" mit Sitz in Beuster eine Gedenkveranstaltung im Stendaler Landratsamt: "Wider das Vergessen und Verdrängen – Für das Leben" lautete das Motto.

Vorstandsvorsitzende Veronika Benecke eröffnete die Veranstaltung und erinnerte an das Unglücksdatum: den 26. April 1986, als der Reaktor explodierte und folgenschwere Strahlung freigesetzt wurde. "Bis heute leiden die Menschen an den Folgen", so Benecke. "Tschernobyl ist nicht vergessen." Das Hilfswerk ermöglicht betroffenen Kindern aus der Region Weißrusslands für ein paar Wochen einen Erholungsurlaub in Deutschland.

Stellvertretend für die vielen betroffenen Familien waren gestern einige Frauen und Männer aus Narowlja, Minsk und Weißrussland zu Gast in Stendal und erzählten von ihrer Arbeit und Hilfe vor Ort. Annemarie Theil, stellvertretende Landrätin, bedankte sich bei allen Mitstreitern und Helfern, insbesondere beim Verein Hilfswerk "Kinder von Tschernobyl". Gerade jetzt, nach dem Unglück in Fukushima, sei es wichtiger denn je, sich die Folgen der Atomkraft deutlich zu machen. "In der Gesellschaft wächst allmählich die Sensibilität für das Thema", so Theil.

Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz gab zu bedenken, dass neue Wege zur alternativen Energiegewinnung gefunden werden müssten und warnte vor dem "Energiehunger" der Gesellschaft.

Die Freie Theatergruppe aus der Prignitz befasste sich auf besondere Art mit dem Thema. Im Foyer gab es weiteres Infomaterial zum Kinderhilfswerk.

Bilder