Mit der Fotoausstellung "Was siehst du da?" von Gerhard Faller-Walzer hat die neue Saison auf dem Kunsthof Dahrenstedt begonnen. Der Wuster zeigt Bilder aus verschiedenen Themenbereichen und unterhielt sich im Kunstgespräch mit Dr. Hejo Heussen über sein Leben und den Weg zur Kunst.

Dahrenstedt. "Faller waren doch diese kleinen Häuser zum Zusammenbauen, und Walzer gehört doch eher nach Wien als nach Wust", sagte Dr. Hejo Heussen am Freitag zur Eröffnung des Kunstgespräches auf dem Kunsthof Dahrenstedt. Auf der anderen Seite des Tisches saß Gerhard Faller-Walzer. Der Künstler eröffnete mit seiner Fotoausstellung zu verschiedenen Themenbereichen die Ausstellungssaison auf dem Hof von Hejo Heussen und Monika von Puttkamer.

Geboren wurde Faller-Walzer in der Pfalz, doch die Liebe zog ihn den Norden nach Berlin. Nach der Wende wollte er zurück in die ländliche Gegend und hat sich in den Ort Wust verliebt. Viele Jahre lang bestimmte er die Geschicke der Gemeinde mit. "Bleibt denn dann noch Zeit für die Kunst?", fragte Heussen. "Wenig, jeder Job kostet Zeit und auch etwas Kreativität", sagte der Neualtmärker. Seine Kunst ist seit dem frühen Erwachsenenalter die Fotografie. Zwar hatte er schon als Kind eine dieser kleinen Kameras, aber richtig beschäftigt hat er sich mit etwa 17 Jahren damit. "Mein Kumpel hatte ein Schwarz-Weiß-Labor, durch ihn bin ich vom Fotografieren nicht mehr losgekommen", sagte Faller-Walzer.

Ein Markenzeichen des Fotokünstlers ist das Arbeiten in Serie. Erste Erfahrungen machte er mit Türen in der Toskana. Doch bis heute bewegt ihn das Thema "Spiegel". Der Beititel "Moderne Archäologie der Gegenwart" rühre von der Vergänglichkeit der runden DDR-Straßenspiegel, "die gegen westdeutsche rechteckige Modelle ausgetauscht wurden." Damit hat er nicht nur Zeit eingefroren, sondern auch die unterschiedlichen Blickwinkel eines Autofahrers auf seine Umgebung per Spiegel festgehalten.

Ein weiteres Thema des Künstlers ist die Farbe des Holzes. "Meine Frau schimpft immer, wenn ich nicht fertig werde, weil ich wieder tolle Strukturen entdeckt habe", sagt der Künstler. Das Zerhacken des nachwachsenden Rohstoffes in handliche Ofen- und Kaminstücke ist die Grundlage für diese Arbeit. "Ich fotografiere anders als andere, ich sehe eine Struktur oder ein Muster und will es festhalten", sagt Faller-Walzer. Wie er das genau macht, demonstrierte er am Freitag. So fotografierte er mit Heussens Apparat nicht die sitzenden Zuhörer, sondern den kaputten Schuh eines Besuchers oder das Muster der blauen Tischdecke. Der Blickwinkel wie auch der Standort entscheiden über das entstehende Bild. "Damit schafft sich der Fotograf seine eigenen Realitäten."

Wer die Vernissage verpasst hat, kann die Bilder des Wusters noch bis zum 6. Juni auf dem Kunsthof in Dahrenstedt in Augenschein nehmen.