"Stromunfall auf den Gleisanlagen. Drei verletzte Personen. Ein in Brand geratenes Baufahrzeug der Bahn." Dieser Notruf ging am Dienstagabend in der Rettungsleitstelle ein.

Stendal. Vier Einsatzwagen der Feuerwehr rücken aus, dazu ein Einsatzleitwagen, der Rettungsdienst samt Notarzt und der Notfallmanager der Bahn. Über die Kirchstraße bahnen sie sich ihren Weg zu der schwer zugänglichen Unfallstelle in der Nähe der Röxer Brücke. Auf dieser versammeln sich schnell zahlreiche Schaulustige.

Zu sehen bekommen sie eine Übung. Deutsche Bahn und Feuerwehr simulieren einen Stromunfall an der Oberleitung. Als Folge geriet die Lok in Brand. Eine verletzte Person befindet sich auf dem Dach des Fahrzeugs, eine zweite im Inneren, eine weitere schwer verletzt im Hochspannungsmast.

"Die Wehrleitung war über die Übung informiert, den Einsatzkräften selbst wurde dies erst vor Ort bewusst", sagt Frank Barby von der Bahn. Dennoch galt es, behutsam vorzugehen und mit dem Notfallmanager der Bahn die Lage zu erörtern.

Zur dringlichsten Aufgabe des Notfallmanagers gehört es in so einer Situation, die Oberleitung – deren Stromversorgung automatisch gekappt wird – zu erden. Bis dies geschehen ist, kümmern sich die Feuerwehrleute um die Wasserversorgung und die Vorbereitung des Rettungseinsatzes.

Die Verletzten aus der Lok werden dann recht schnell geborgen, die Person – in dieser Übung eine Puppe – im Hochspannungsmast bereitet dagegen einige Probleme. Der Versuch, über die Drehleiter heranzukommen, scheitert am unebenen Untergrund und an der zu kurzen Leiter. Nach etwas über einer Stunde ist auch diese Aufgabe bewältigt und die Übung beendet.

Direkt im Anschluss trafen sich Feuerwehr und Bahn zu einer ersten Auswertung. Beide Seiten zeigten sich sehr zufrieden. Bei der Feuerwehr kamen viele junge Kräfte zum Einsatz, die in erster Linie lernen sollten. Das erklärt auch die lange Zeitspanne der Übung. Die Bahn sei besonders glücklich gewesen über die gelungene Zusammenarbeit mit dem Notfallmanager, so Barby.

 

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