Etwa 60 Oldtimer bereicherten am Wochenende das Stadtbild von Tangermünde. Und nicht nur das. Deren Besitzer ließen sich allesamt in Hotels der Kaiserstadt verwöhnen. Grund für ihren Besuch: Die 4. Classic-Tour der Romanik, die am Sonnabendmorgen startete, über 160 Kilometer durch die Altmark führte und am Nachmittag wieder in der Kaiserstadt endete.

Tangermünde. Ein Hauch von Nostalgie liegt am Sonnabend über Tangermünde. Auf Hochglanz polierte Autos vergangener Jahrzehnte rollen beinahe im Minutentakt über das Kopfsteinpflaster der Fachwerkstatt, dürfen ausnahmsweise über den Marktplatz am Rathaus fahren und dann ihr Ziel, den Hafen, ansteuern.

Hier werden die Oldies bereits erwartet. Tangermünder, aber auch Besucher aus anderen Orten sitzen an der Promenade und beoachten das Schauspiel. Am Rande des Oldtimerfeldes steht auch Wilfried Müller, der Vorstandsvorsitzende des Magdeburger Vereins Romanik Classic. Er hat als Organisator dieser Tour keine Zeit im Oldtimer mitzufahren. Um koordinieren und agieren zu können, muss es schon etwas schneller gehen. Doch es läuft alles nach Plan. Müller schaut auf seine Uhr. "Im Minutentakt sind sie vorhin in Letzlingen gestartet und müssten eigentlich so hier auch wieder ankommen", sagt er.

Wer denkt, eine solche Rundfahrt werde im Bummeltempo absolviert, hier und da könne mal eine Pause eingelegt werden, der irrt. "So eine Tour ist zugleich Gleichmäßigkeits- als auch Orientierungsfahrt", erklärte der Magdeburger. Es gebe Zeitvorgaben, an die sich jeder der 60 Teilnehmer halten müsse. Weder zu früh noch zu spät dürfe man die Zeit- und Durchfahrtskontrollen passieren, sonst gebe es Minuspunkte. Auf den festgelegten Strecken für gleichmäßiges Fahren sei Können gefragt. Auch hier können die Fahrer der Oldtimer Minuspunkte sammeln. Das Team Nummer 9 Kilz/Richter aus Celle meisterte all das mit Bravour. In ihrem Porsche 256A wurden sie Sieger der 4. Tour. Der Preis: ein Wochenende im Hotel Schloss Tangermünde.

Für Dittmar und Daniela Knopf aus Nedlitz bei Magdeburg ist die Classic-Tour ein Erfolg, wenn ihr DKW F8 sie sicher über die Route bringt. Die beiden fahren das älteste Auto der Tour. Es ist Baujahr 1934. Als Dittmar Knopf es 2003 kaufte, "war es zu 80 Prozent restauriert", sagt er. Die Paar liebt dieses alte Gefährt. "2500 bis 3000 Kilometer fahren wir damit schon pro Jahr", erzählt Knopf. Und damit auch alles passt, hatten sich die Nedlitzer im Magdeburger Theaterfundus noch die passende Kleidung zum Jahr 1934 gekauft. Nur Jack Russell Hündin Easy fehlt noch das passende Outfit. "Das werden wir nachholen", sagt Knopf, der während dieser Classic-Tour mehrfach darauf angesprochen worden war.

Während die Hundedame vom Rücksitz aus die Fahrt genoss, entdeckten die DKW-Besitzer einen für sie neuen Teil ihrer Heimat. "Es war eine sehr angenehme Tour. Das Ambiente dieser Stadt ist wunderschön, die Landschaft einmalig. Das Ganze hier ist eine gelungene Sache", erklärt der Nedlitzer.

Oldtimer der Marke Fiat, Lada, Porsche, Mercedes rollen im Minutentakt durch das Ziel. Auch Trabantfahrer sind dabei. Ein echtes Schmuckstück ist das zweitälteste Auto dieser Tour, ein Studebaker, Baujahr 1935, gebaut in den USA.

Wilfried Müller weiß: "Etwa 60 Prozent unserer Teilnehmer kommen aus Sachsen-Anhalt, 30 Prozent aus angrenzenden Bundesländern." Alle anderen würden von Dortmund, Berlin und Cloppenburg dabei sein.

Im nächsten Jahr führt die Classic-Tour durch den Süden Sachsen-Anhalts. Denn "nach der Tour ist vor der Tour", sagt Müller, der bereits die fünfte Auflage zu planen beginnt.

 

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