Mit einer Festveranstaltung haben die Klädener Kameraden das 100-jährige Bestehen ihrer Feuerwehr am Sonnabend im Gerätehaus gefeiert. Am Wochenende folgen der Stadtfeuerwehr-Ausscheid im Klädener Parkstadion sowie ein Tag der offenen Tür.

Kläden. "In Kläden wurde auch schon vor 1911 gelöscht", ging Hauptbrandmeister Michael Schneider, Leiter des Landesfeuerwehrmuseums in Stendal, am Sonnabend auf der Festveranstaltung anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Klädener Feuerwehr (wir berichteten) auf das weiterhin in der Diskussion stehende Gründungsdatum ein. Am 21. Mai 1911, also am vergangenen Sonnabend vor 100 Jahren, tagte der Kreisfeuerwehrverband in Arneburg. "Und da muss die Anerkennung der Klädener Feuerwehr erfolgt sein", teilte Schneider das Ergebnis seiner Recherchen mit.

Sei es drum, solange kein anderes Datum für die Gründung der Feuerwehr nachgewiesen werden kann, blicken die Klädener Kameraden jeweils am 1. Mai auf ihre Gründung zurück. Ortswehrleiter Frank Seeler verwies in seinem Rückblick auf die Historie der Feuerwehr Kläden darauf, dass die 1937 vom Grafen von Bassewitz spendierte Tragkraftspritze TS 4 nicht, wie bisher angenommen, im Stendaler Feuerwehrmuseum steht. "Die steht in Beesewege", erklärte Seeler, der bei der Gelegenheit Ortsbürgermeister Manfred Raatz darum bat, die Spritze nach Kläden zurückzuholen. Neben zahlreichen Ereignissen aus den vergangenen 100 Jahren erinnerte Frank Seeler auch an eine Fahrt im Jahr 1993 nach Unkel (bei Bonn). Zumindest bei denen, die daran teilgenommen hatten, sorgte die Erinnerung für jede Menge Gelächter.

Frank Seeler verkündete auf der Festveranstaltung, dass die Klädener Feuerwehr dabei ist, wieder eine Jugendwehr ins Leben zu rufen. Aktuell zählt die Wehr 51 Mitglieder, darunter 35 Aktive und zwölf in der Alters- und Ehrenabteilung. Zu Letzterer gehören die Cousins Fritz (79) und Mannfred (77) Micheel, die beide seit 1948 der Klädener Feuerwehr die Treue halten. Natürlich nahmen auch beide am Sonnabend an der Festveranstaltung teil. Mannfred Micheel sogar, obwohl der Enkel in Wismar (nicht in Arendsee) Konfirmation feierte.

Ortswehrleiter Seeler dankte allen Kameraden dafür, dass sie "ihre Freizeit opfern, damit alle anderen ruhig schlafen können". Die Feuerwehr erfülle eine Pflichtaufgabe im Ehrenamt, sagte Frank Seeler.

Bauamtsleiter Hans-Eberhard Genz ging in Vertretung von Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg in seiner Festrede auf das "einmalige Gerätehaus" der Klädener Feuerwehr ein. Er erinnerte bei der Gelegenheit an Robert Bauditz, der sich für die Sicherung des Gebäudes eingesetzt hatte. Bauditz hatte sich auch 1996 maßgeblich für die Gründung eines Fördervereins für die Feuerwehr engagiert. "Einer der ersten Fördervereine in Sachsen-Anhalt", so Genz. "Wir benötigen Sie", brach Hans-Eberhard Genz eine Lanze für die Arbeit der Feuerwehr. "Sie laufen dahin, wo andere weglaufen."

Glückwünsche, Grußreden und Geschenke gab es vom Land, von Landrat Jörg Hellmuth, vom Kreisfeuerwehrverband, von der Stadtwehrleitung der Einheitsgemeinde Bismark und von Wehrleitern der umliegenden Ortschaften. Kritik äußerte nur Jonny Völtzke, Präsident des Klädener Karneval-Vereins. "Ich bin enttäuscht, dass heute kein Gründungsmitglied eingeladen wurde", so Völtzke. Auch weiterhin sorgte der Karneval-Präsident für gute Unterhaltung unter den Kameraden, eröffnete das Büfett und legte Scheiben zum Tanz auf. Klädens Ortsbürgermeister Manfred Raatz erhielt zwischendurch einen extra Applaus. Er hatte das Bier spendiert – aus eigener Tasche.

Mit der Festveranstaltung vom Sonnabend sind die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Klädener Feuerwehr noch nicht abgeschlossen. Am kommenden Sonnabend richten die Klädener im Parkstadion den Stadtfeuerwehr-Ausscheid der Einheitsgemeinde Bismark aus. Um 8.30 Uhr beginnen die Wettkämpfe. Nach dem Ausscheid führt ein Umzug vom Parkstadion zum Gerätehaus. Hier erfolgt die Auswertung des Wettstreites der Ortsfeuerwehren der Region. Im Anschluss lädt die Klädener Wehr zu einem Tag der offenen Tür.