In Erinnerungen schwelgen, Anekdoten von damals erzählen, Neuigkeiten austauschen – bei Klassentreffen kommt man aus dem Plaudern und Lachen nicht mehr heraus. Einen vergnüglichen Sonnabend hatten die Ehemaligen der Tewsschule, die später unter anderem auch in Röxe unterrichtet wurden.

Stendal. Eigentlich waren sie mal eine reine Mädchenklasse. Beim Treffen der Ehemaligen am Wochenende waren aber auch zwei Männer dabei. Die Geschichte dieser Klasse ist ein bisschen verworren, und deshalb hat sie auch keine gängige Bezeichnung. "Unseren richtigen Klassennamen können wir gar nicht nennen", erklärt Karin Pahling, die das Treffen am vergangenen Sonnabend mit Natalie Heinrich organisiert hat.

"Nach der Einschulung und kurzer Schulzeit in der damaligen Stendaler Tewsschule wurden wir durch die Nachkriegswirren in verschiedene Schulen, so auch in die Röxer Einrichtung, aufgeteilt. So stießen auch etliche Jungen zu uns, so dass aus der reinen Mädchenklasse eine gemischte wurde."

Kontakt auch 60 Jahre nach Schulabschluss

Das hinderte die Schülerinnen und Schüler aber nicht, während der Schulzeit und nach der Entlassung im Jahr 1951 weiterhin Kontakte zu pflegen – und das immer noch 60 Jahre nach dem Abschluss der achtjährigen Schulzeit. Für die Organisatorinnen war das diesjährige Treffen wie auch die ersten Begegnungen ab 1986 recht schwierig zu gestalten. Viele Anschriften und Namen mussten erforscht werden. "Trafen wir uns in der ersten Zeit alle drei Jahre, so haben wir den Rhythmus inzwischen auf zwei Jahre verkürzt", erzählt Natalie Heinrich, "denn wir werden nicht jünger, viele stehen schon im hohen Rentenalter."

Am Sonnabend merkte man den 30 lustigen agilen Senioren – darunter auch zwei Männer –, die aus Berlin, Hamburg, Bochum, von der Insel Rügen und vielen anderen Orten angereist waren, das hohe Alter nicht an. Nach einem Besuch im Stadtarchiv am Vormittag, wo durch Filme, Fotos und Schriften an Bauten und Einrichtugen aus alten Zeiten erinnert wurde, nutzte die Gruppe das herrliche Wetter, um anschließend im Garten der Freikirchlichen Gemeinde bei Kaffee und Kuchen gemütlich beisammenzusitzen.

In vielen Gesprächen wurde an die einstige Schulzeit erinnert und wurden lustige Geschichten zum Besten gegeben. Offenbar hatten alle besonders im Musikunterricht gut aufgepasst, denn es dauerte nicht lange, da wurden bekannte Volkslieder wie "Bruder Jacob", "Abendglocken" oder Kanons angestimmt. Helga Neß glänzte dabei mit einem Lied in russischer Sprache.Nach diesen vergnüglichen Stunden und einem gemeinsamen Abendessen war man sich einig, diese erlebnisreichen Treffen weiterzuführen.