Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt zwei Monate zurück. Das Wahlkampfgetöse ist verstummt. Wir Bürger haben unseren Beitrag geleistet, haben Abgeordnete gewählt, die wiederum eine Regierung. Nun ist diese Regierung dran zu agieren und wir werden uns später unsere Meinung darüber bilden, wie wir ihre Beschlüsse finden. So weit, so gut?

Unsere Demokratie ist eine repräsentative, der Wille des Volkes wird durch die gewählten Vertreter umgesetzt. Das bedeutet aber keineswegs, dass diese Volksvertreter mit ihrem Mandat tun und lassen können, was sie allein für richtig halten.

Jede und jeder Abgeordnete verfügt über ein Büro in ihrem/seinem Wahlkreis, um während der Wahlperiode mit ihren/seinen Wählern im Kontakt zu bleiben. Nutzen wir diese Möglichkeit – der Zeitpunkt ist genau richtig. Nach Bildung der neuen Regierung werden neue Vorhaben abgesteckt und vor allem auch Budgets ge-plant.

Für 2012 und 2013 ist ein neuer Doppelhaushalt in Vorbereitung. Anliegen und Projekte, die jetzt nicht auf den Tischen der Abgeordneten landen, werden kaum eine Chance haben, in den kommenden zwei Jahren realisiert zu werden.

Natürlich kann ich nicht davon ausgehen, dass die Abgeordneten ein Projekt, das ich ganz allein für wichtig halte, mit großem Engagement vertreten. Aber vielleicht gibt es eine Interessenvertretung, eine Sammlung von Bürgern mit einem konkreten Ziel. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dieses Ziel zu vertreten, die Einlösung von Wahlversprechen einzufordern.

Für das Theater der Altmark ist es wichtig zu wissen, dass die altmärkischen Parlamentarier das Landestheater für wichtig halten. Viel wichtiger aber ist es, dass diese Parlamentarier jetzt die Basis dafür legen, dass dieses Theater auch nach 2012 seine vielfältige Arbeit für die Region fortsetzen kann. Auf die Verhandlungen für einen neuen Theatervertrag im Jahr 2012 zu warten, hieße, den richtigen Zeitpunkt verpasst zu haben, denn die Budgets der einzelnen Ressorts werden dann bereits festgezurrt sein.

Und so werde ich das tun, was ich uns allen ans Herz lege: den Start der neuen Regierung und des neuen Parlaments zu nutzen und nicht zu warten oder sich vertrösten zu lassen, bis wieder alle Messen gesungen sind.

Dirk Löschner ist Intendant des Theaters der Altmark und kommt an dieser Stelle einmal im Monat zu Wort.