Im ShalomHaus Tangermünde wird es in den nächsten Wochen personelle Veränderungen geben. Carola Schulz, bislang Leiterin des Jugendklubs, wird als Streetworkerin in der Stadt tätig werden und damit die Arbeit von Olaf Erxleben fortsetzen. Die damit freigewordene Stelle als Jugendklubleiter hat Nikolaos Papagiannakis aus Stendal bekommen.

Tangermünde. Die Veränderungen in diesem sozialen Bereich der Stadt werden sich nicht ohne eine Übergangszeit vollziehen. Carola Schulz und Nikolaos Papagiannakis wollen ab 1. Juni für etwa zwei Woche zusammen tätig sein.

In Tangermünde arbeitet Carola Schulz bereits seit dem Jahre 2007. Damals hatte sie die Stelle der Jugendklubleiterin übernommen, nachdem sie für einige Monate unbesetzt gewesen war. Die räumlichen und auch konzeptionellen Bedingungen waren damals längst nicht mit den heutigen zu vergleichen. Die Sozialarbeiterin erlebte die vielen Umbauarbeiten im Grete-Minde-Haus mit. Sie lernte aber auch noch die Jugend-Generation ihres Vorgängers im Amt, Burkhard Ahl, kennen, hatte kurze Zeit später die Chance, mit der heranwachsenden Jugend eine völlig andere Arbeit aufzubauen.

Seit fast 20 Jahren ist Carola Schulz im sozialen Bereich tätig. Vom betreuten Wohnen für straffällig Gewordene kam sie über die ländliche Streetworkarbeit, in der sie zehn Jahre tätig war, zur Arbeit im Tangermünder Jugendklub. Die Klientel, mit der sie hier montags bis freitags, alle 14 Tage auch sonnabends arbeitet, ist eine, "die sich von Anfang an ein wenig mehr lenken ließ als die Vorgänger-Generation", sagt sie. Im Klartext heißt das: Die jungen Männer und Frauen lassen sich auch mal für einen Theaterbesuch begeistern, fahren mit nach Berlin, um Bildung und Sportereignis miteinander zu verbinden. Auch gemeinsam Inliner zu fahren ist ein Angebot, das sie nicht ablehnen. "Nur zum gemeinsamen Kochen habe ich sie bisher nicht bewegen können", berichtet sie.

Vielleicht hat da ihr Nachfolger, Nikolaos Papagiannakis, etwas mehr Überzeugungskraft. Der gebürtige Grieche ist mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen, als er zwei Jahre alt war. In Hannover ist er aufgewachsen, hat dort den Beruf des Kochs erlernt. Seit mehr als zehn Jahren ist der zweifache Vater, der seit längerer Zeit in Stendal lebt, im sozialen Bereich tätig, seitdem auch anerkannter Sozialarbeiter. Sein bisheriger Arbeitsort war Gardelegen. Zum Wechsel nach Tangermünde hatte er sich entschieden, "weil es die schönste Stadt in der Gegend ist" und weil ihm "der christliche Hintergrund von ShalomHaus gefällt".

Der 41-Jährige hofft, "dass die Jugendlichen mich annehmen werden und wir zusammen viel unternehmen können". "In diesem Haus steckt Struktur und das gefällt mir", sagt er. In seinen Augen muss ein Jugendklubleiter in erster Linie Berater sein, "nicht alles auf die Goldwaage legen. Ich hoffe, sie sehen mich als Partner an."

In Tangermünde, so Nikolaos Papagiannakis, sein sein Aufgabengebiet als Jugendklubleiter klar definiert. Hier werde er nicht hin- und hergeschoben, könne sich ganz und gar auf das Miteinander mit den Jugendlichen konzentrieren. Dass die Arbeit mit jungen Menschen nicht immer einfach ist, das weiß der gebürtige Grieche aus Erfahrung. Doch damit hat er in der Vergangenheit gelernt umzugehen.

Carola Schulz freut sich hingegen, künftig wieder für die Jugendlichen da zu sein, die nicht im Jugendklub ihr Freizeitdomizil sehen. Gewisse Brennpunkte in der Stadt kenne sie bereits, habe keine Probleme damit, an den Abenden oder Wochenenden zu arbeiten. Zu Beginn ihrer Streetwork-Tätigkeit wolle sie sich in Verwaltung, Schule und Polizei vorstellen. Doch, und das betont sie deutlich, nicht für sie sei sie da, sondern in erster Linie für die Jugendlichen.

"Möchte sie auf ihrem Weg begleiten"

"Ich möchte sie ein Stück weit begleiten auf ihrem Weg, sie beraten und meine Erfahrungen weitergeben. Mir ist es das Liebste, wenn sie ihren Weg finden." Vor Problemen schreckt die erfahrene Frau nicht zurück. Die 47-Jährige weiß, "wenn ich ordentlich mit den Jugendlichen umgehe, dann gehen sie auch mit mir ordentlich um". Den Start auf Tangermündes Straßen und gern auch auf denen in den Ortsteilen der Stadt plant Carola Schulz "völlig unvoreingenommen". Sie hat auch schon Ideen, womit sie Jugendliche zusammenführen und zu Projekten animieren will. Ordnungsamt und Bauhof der Stadt wünscht sie sich dazu als Partner.

Wenn Ecken und Brennpunkte in der Region bekannt sein werden, dann möchte Carola Schulz auch Tourenpläne erstellen, den Jugendlichen feste Tage, Zeiten und Orte nennen, an denen sie mit ihr in Kontakt treten können. "Nicht jeder kommt hierher in den Klub", sagt sie. Und gerade für diese jungen Menschen wolle die Streetworkerin in Zukunft Ansprechpartner sein.