Schulsanitätsdienst-Wettbewerb, Fest zum Weltrotkreuztag, Grundsteinlegung – der Sonnabend war geprägt von Veranstaltungen des DRK. Passanten und Gästen bot sich damit die Möglichkeit zu interessanten Einblicken und kurzweiligem Zeitvertreib.

Stendal. Ein Unfall vor dem Theater, ein verletztes Kind am Schwanenteich – zum Glück nur alles simuliert. So echt aber, dass den Teilnehmern des Schulsanitätsdienst-Wettbewerbs am Sonnabend manchmal schon ein bisschen anders wurde. "Es ist eben ein Unterschied, ob man die Hilfemaßnahmen theoretisch durchgeht oder mit der Situation direkt konfrontiert ist", sagt Enrico Schmitt.

Er ist Kreisleiter beim Jugendrotkreuz und war einer der Organisatoren des einmal jährlich stattfindenden Wettbewerbs, bei dem am Sonnabend neun Gruppen, also knapp 70 Schüler, Begleiter und Helfer aus dem Landkreis Stendal antraten. Sie hatten einen Parcours zu absolvieren, auf dem in der Stadt verteilt Kenntnisse zu Erster Hilfe und Allgemeinwissen, aber auch Kreativität und die Sinne gefragt waren.

Auch wenn es am Ende bei der Punktevergabe sehr knapp zuging – es konnte nur einen Sieger geben, und das ist die Comenius-Sekundarschule Stendal. Der diesjährige Gastgeber des Wettbewerbs, die Stendaler Diesterweg-Sekundarschule, kam auf den zweiten Platz, gefolgt von der Gemeinschaft aus Bilingualer Grundschule und Juri-Gagarin-Grundschule Stendal.

Im Landkreis Stendal gibt es derzeit 14 Arbeitsgemeinschaften "Schulsanitätsdienst", in denen rund 300 Schüler mitmachen. Sie sind im Notfall für die Erstversorgung von Wunden da, helfen bei Schul- und Sportfesten oder Ausflügen, wenn Erste Hilfe benötigt wird. "Das ist nicht hoch genug einzuschätzen", sagt Enrico Schmitt, "denn was viele nicht wissen: Ab 14 Jahren ist man im Straßenverkehr zur Ersten Hilfe verpflichtet." Und schließlich gehe es um mehr als "nur" Pflasterkleben und Verbinden: soziales Miteinander, Allgemeinwissen, Wissen über Umwelt und Naturschutz, und nicht zuletzt gibt es auch Ferienfreizeiten. Und das ganz ohne Mitgliedsbeitrag.

Für Wiebke Streiter von der Diesterweg-Schule ist die Schulsanitäter-AG zur Herzenssache geworden. "Das ist eine tolle Sache, bei der die Kinder viel lernen und Spaß haben. Noch dazu bieten sich damit ja einige berufliche Perspektiven."

Nach getaner Arbeit und der Siegerehrung konnten sich die Teilnehmer des Wettbewerbs noch richtig schön entspannen und vergnügen. Denn am Nachmittag wurde im Rahmen des Weltrotkreuztages im August-Bebel-Park mit einem reichen Programm gefeiert. Zauberei und Gaukelei, Tanzvorführungen und Feuerschlucker sorgten für prächtige Unterhaltung auf den Wiesen am Schwanenteich.

In dessen Nachbarschaft hatte sich vor Festbeginn auch ein symbolischer Akt vollzogen, mit dem der Bau eines DRK-Projekts an den Start geht: Der Grundstein für das Seniorenzentrum wurde gelegt, womit für den DRK-Kreisverband Östliche Altmark ein Traum in Erfüllung gehe, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Latuske.

Im Winter nächsten Jahres soll das Senioren- und Betreuungszentrum "Am Schwanenteich" eröffnet werden, so die zuversichtliche Prognose. Mit dieser 10-Millionen-Euro-Investition wird sich das Antlitz und die Infrastruktur der Stadt verändern", sagte Vize-OB Axel Kleefeldt. "Damit wird aus der einstigen Ruine etwas Gutes und Sinnvolles erwachsen."

   

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