Ein Theaterstück mit Puppen, speziell für Kinder, will die Kunstplatte auf die Beine stellen. Geführt werden sollen die lustigen Figuren von Frauen aus dem Stadtseegebiet. Im Rahmen des Bundesprojekts "Stärken vor Ort" sollen so die künstlerisch-kreativen Kompetenzen und das soziale Klima verbessert werden.

Stendal. "Bei uns gibt es verschiedene Arten von Puppen: Die Puppen, die sich alles ausdenken, und die Puppen, die letztendlich spielen. Ach ja, es gibt dann auch noch die Oberpuppe", sagt Bernd Zürcher, Leiter des Paritätischen der Altmark, lachend. Zürcher erklärt das Projekt, mit dem sich die Stendaler Kunstplatte beim Ideenwettbewerb "Stärken vor Ort" erfolgreich um Fördermittel beworben hatte. "Mit Puppen(-Theater) Mut machen" heißt es.

Frauen aus dem Stadtseegebiet sollen ein Puppenspiel aufführen. Von der Gestaltung der Puppen über die erzählte Geschichte bis hin zur Umsetzung sollen die Frauen alles selbst machen. Obwohl, da wäre ja noch die sogenannte Oberpuppe: Christian Hoffmann von der Kunstplatte leitet das Projekt. "Ich gebe den Frauen aber nur Tipps oder besorge das, was mir aufgetragen wird", sagt er. "Den Rest müssen sie schon selber machen." Hoffmann war bereits bei anderen Projekten der Kunstplatte dabei und konnte somit schon viel Erfahrung sammeln.

Inhalt des Puppenspiels soll die Aufklärung über Brandschutzmaßnahmen sein. "Die Idee haben wir gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr entwickelt. Wir wollen damit in die Kitas und Grundschulen fahren", sagt Zürcher und zeigt auch gleich den von der Feuerwehr gesponserten Handpuppenbär mit der roten Feuerwehrmütze.

"Jetzt fehlen nur noch die Frauen"

Die Frauen sollen sich Geschichten überlegen, wie man Kinder vor den Gefahren im falschen Umgang mit Feuer warnen kann. "Kreativität und soziale Kompetenzen werden geschult. Außerdem haben die Frauen eine sinnvolle Beschäftigung."

Um flexibel zu sein und auch möglichst viele Kinder zu erreichen, müssten sich die Frauen auch um eine mobile Bühne kümmern , die zu jedem Veranstaltungsort mitwandern kann.

Natürlich soll die Teilnahme am Projekt freiwillig sein. Und bevor an eine mobile Bühne zu denken ist, sucht die Kunstplatte besagte Freiwillige, die Lust darauf haben, solch ein Projekt auf die Beine zu stellen.

So ganz von vorn müssen die zukünftigen Theaterregisseure dann aber doch nicht anfangen: Ein paar Puppen sind schon in der Kunstplatte beheimatet. Neben dem Rotkäppchen und dem Fuchs warten auch ein lustiger Schotte und eben der Feuerwehrbär auf ihren großen Auftritt. "Die Frauen sollen auch einige der Puppen selbst entwerfen, ganz nach ihren Vorstellungen und zur Geschichte passend", sagt Hoffmann. Helfend zur Seite steht ihnen dabei Heidi Schmidt, sie nähte und bastelte schon das Rotkäppchen und die anderen Puppen.

"Und jetzt fehlen nur noch die Frauen. Schließlich soll es ja schon im September losgehen", blickt Hoffmann freudig voraus.

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