Ein Bild von den Arbeiten an den Bauprojekten Hortgebäude, Kindertagesstätte "Anne Frank" und Speisesaal der Grundschule machten sich die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses der Stadt Tangerhütte am Donnerstagabend. "Das sind Investitionen in die Zukunft - der Kindergarten hält jetzt nochmal 100 Jahre", sagte Bürgermeister Gerhard Borstell.

Tangerhütte. Die Arbeiten an Hort, Kindertagesstätte und Speisesaal gehen gut voran. Am Montag soll auch die Sanierung der alten Ringerhalle neben der Grundschule beginnen. "Das Ganze steht Tangerhütte sehr gut zu Gesicht", sagte Stadtratsmitglied Marcus Graubner.

Am weitesten fortgeschritten sind die Arbeiten im Hortgebäude auf dem Gelände der Grundschule. Dort sind drei neue Gruppenräume, farblich unterschiedlich gestaltet, sowie Gemeinschafts-, Sanitär- und Büroraum neu entstanden. Rund 280 000 Euro seien in den Ausbau der alten Baracke geflossen, erläutert der Bürgermeister.

Bauamtsleiter Erich Gruber blickt zurück: "Früher war hier nur Wiese, die tiefer lag als die Straße, das ist dann mit Hüttensand (Abfall der Gußproduktion im örtlichen Eisenwerk/Anm.d.Red.) aufgefüllt worden. Bei den Bauarbeiten jetzt sind eigentlich nur Wände und Binder stehen geblieben."

Nach der Energie-Einsparverordnung gedämmt, modernisiert und mit neuen Festern versehen, soll das Hortgebäude künftig nicht nur den derzeit rund 90 Hortkindern Raum bieten. Es wird auch zu Unterrichtszwecken genutzt werden, wenn mit den Sommerferien dieses Jahres der große Schulumbau beginnt. Erste Abrissarbeiten an Rabatten und Beeten auf dem Schulhofgelände haben schon begonnen. Im Juni soll das Hortgebäude nutzbar sein, schätzt Borstell ein.

In den Räumen des benachbarten Speisesaals wird ebenfalls ein Teil der jüngeren Schüler unterrichtet werden. Dort ist derzeit noch alles im Rohbau. Offene Decken, Wände und fehlende Fußböden machen den Anblick aus. Doch schon im September soll auch dort wieder Kinderlachen zu hören sein und wie bisher die Essensversorgung stattfinden können.

Gleich nebenan steht die Sporthalle, auch Ringerhalle genannt. Sie wird nach Fertigstellung auch ein modernes, gasbetriebenes Blockheizkraftwerk beherbergen, das durch eine bereits vorhandene Nahwärmeleitung, die im Ring Speisesaal, Grundschule und Hort verbindet, alle Objekte beheizen soll. Auch Strom wird es produzieren, der vom gesamten Schulkomplex mitgenutzt oder eingespeist werden soll. Finanziert wird die Sanierung der Halle zum Teil aus der europäischen Schulbauförderung, die für die Grundschule bewilligt wurde und aus dem Investitionspakt energetische Sanierung.

Die bisher an der Ringerhalle angebrachten Sportlerfiguren und der Schriftzug "Trainingszentrum Ringen", die vor vielen Jahrzehnten vom Berliner Professor Schreier angefertigt wurden, sollen nach der Sanierung einen Ehrenplatz in der Halle bekommen. Schreier habe auch das große Wandmosaik an der Ecke Nuschke-/Luxemburgstraße, sowie die bunte Glaswand im Landesbildungszentrum gestaltet, sagte Borstell.

Im Kindergarten "Anne Frank" geht es nach dem langen Winter nun auch sichtbar voran. Trockenbauwände teilen die Räume für die Gruppen neu ein, Elektroarbeiten laufen und auch die Fenster sind neu. Womit zu Beginn der Arbeiten nicht gerechnet wurde, seien umfangreichen Arbeiten zur Trockenlegung des Gebäudes gewesen, sagt der Bürgermeister. "Eine Horizontalsperre war nicht drin und der nachträgliche Einbau mit dem Aufsägen aller Wände wird alleine rund 40000 Euro gekostet haben."

Aber, so betont er auch, alles, was in die Tagesstätte fließe, sei "gut angelegtes Geld". Auch die mehr als 100 Kinder, die derzeit im Gebäude der Kinderkrippe mit untergebracht sind, seien regelmäßig vor Ort, um den Baufortschritt zu begleiten.

Die Dämmung des Daches und die Sanierung mit Wärmeverbundsystemen sowie moderne Beschattungsanlagen vor den Fenstern werden künftig für enorme Energieeinsparungen sorgen. Und das sei auch Voraussetzung für die Förderung aus dem Investitionspakt zur energetischen Sanierung gewesen, die mit rund 700 000 Euro zusätzlich zu den 1,2 Millionen für Kindergarten und Sporthalle bewilligt wurden.

Marcus Graubner fand es wichtig, dass auch ein Behinderten-WC vorgesehen wurde und dass regionale Gewerke berücksichtigt wurden. Geplant ist die Fertigstellung im August, "aber hier kommt es nicht auf zwei oder drei Wochen an. Denn die Kinder sind gut untergebracht", so Borstell. Wichtig ist für ihn vor allem eines: "Das hier wird wunderschön!"

 

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