Ab nächster Woche können sich die Wahrburger in einer Beziehung wieder wie in alten Zeiten fühlen: Statt der Rufbusse fährt die reguläre Linie B wieder den Stendaler Ortsteil an. Der Grund sind die am Montag beginnenden Bauarbeiten in der Röxer Straße, die eine zeitweilige Verlegung der Linienführung mit sich bringen.

Wahrburg. Rufbus ade – sei willkommen, Linie B! Am Montag kehren gute alte Zeiten zurück nach Wahrburg. Zumindest zeitweilig. Während der Bauarbeiten in der Röxer Straße, die voraussichtlich bis Ende Oktober andauern, werden die Stadtbusse der Linie B – wie im vergangenen Jahr beim ersten Bauabschnitt – wieder über Wahrburg fahren.

Darüber freut sich nicht zuletzt Ortsbürgermeisterin Carola Radtke. "Das Rufbussystem funktioniert zwar gut", sagt sie. "Man ruft eine Stunde vorher an, und der Kleinbus oder das Taxi ist dann pünktlich da. Aber gerade Ältere, von denen es viele in Wahrburg gibt, kommen häufig nicht klar damit. Sie müssen immer die Telefonnummer des Busunternehmens parat haben. Viele nutzen das Angebot deshalb nicht."

Aber das Hauptproblem, erklärt die Ortsbürgermeisterin, sei die ungünstige Route der Rufbusse. "Sie fahren nur bis zum Hauptbahnhof", sagt sie. Dort müssen die Fahrgäste dann in die anderen Linien umsteigen. Da viele in die Innenstadt wollen – zum Einkaufen, zum Arzt oder ins Rathaus –, wären Rufbusse, die bis zum Sperlingsberg fahren, ihrer Meinung nach ideal.

Carola Radtke hegt für die Zukunft eine große Hoffnung: Wenn der Winckelmannplatz umgestaltet sein wird, soll, so wurde im Rathaus zumindest schon mal laut nachgedacht, ein Ringverkehr mit Zentrale Winckelmannplatz eingeführt werden. Da sieht sie die Chance für die direkte Anbindung Wahrburgs an die Innenstadt. "Aber wann das passiert, ist leider noch nicht abzusehen", sagt die Ortsbürgermeisterin, die auch einen Sitz im Stadtrat hat.

Wenn ab Montag wieder die Linienbusse die Wahrburger Haltestelle anfahren, werden erfahrungsgemäß mehr Bewohner des Ortsteils den Bus benutzen als zu Rufbuszeiten. Carola Radtke weiß aber auch, dass es zu wenige sein werden, um diesen Umweg dauerhaft wirtschaftlich zu rechtfertigen. "Allerdings wissen viele gar nicht", sagt sie, "dass wir auch den täglichen Schulbus kurz vor 7 Uhr nutzen können."

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