Zum 33. Mal fand am Sonntag der Internationale Museumstag statt. Tangermünde beteiligt sich seit vielen Jahren an der Aktion. In der Vergangenheit war es stets eine Museumsnacht, die bereits am Sonn- abendnachmittag begann und bis Mitternacht zu Veranstaltungen lockte. In diesem Jahr schloss sich die Stadt der Mehrheit an, öffnete die Türen zu ihren Museen am Sonntag und bot dabei Abwechslungsreiches.

Tangermünde. Altes Handwerk hautnah – wo gibt es das noch zu sehen? Wer in der Stadt aufwächst und keine Großeltern oder Urgroßeltern auf dem Land hat, für den gibt es kaum noch eine Verbindung zum Leben vor 80 oder 100 Jahren. Das weiß Petra Hoffmann, Leiterin der Tangermünder Stadtführerkinder. Deshalb ist für sie neben der Vermittlung geschichtlicher Fakten über die Stadt und Region ein weiteres Anliegen, altes Handwerk zu wahren, Techniken zu vermitteln, Wissen mit auf den Weg zu geben.

Das Wetter ließ es am Sonntag zu, dass die jungen Stadtführer und Stadtführerkinder mit ihren Angeboten rund um das alte Handwerk unter freiem Himmel sitzen konnten. Am historischen Rathaus mit seinem stadtgeschichtlichen Museum im Erdgeschoss und Keller hatten sie alles aufgebaut, was sie zeigen wollten und lockten damit jede Menge Besucher an und in das Rathaus. "Viele wissen gar nicht, dass heute Museumstag ist. Wir müssen es ihnen erst erklären", berichtete eine Mitarbeiterin im Museum.

Doch bevor die Interessenten zur Stadtgeschichte kamen, ließen sie sich von Melanie und Melissa Weller, Rebecca Rudolph und Michelle Stolberg sowie anderen Mädchen und Jungen der Stadt altes Handwerk vorführen. Die Kinder zeigten, wie Butter hergestellt werden kann, Papier entsteht, wie man Kerzen zieht oder auch Seife mit Lavendelduft ganz einfach selbst kreieren kann. Petra Hoffmann saß hin und wieder an ihrem Spinnrad. War der Andrang groß, dann schnappte sie sich eines der Kinder und bot Führungen durch das Museum an. Selbst die Jüngsten der Gruppe waren mit von der Partie, präsentierten geschichtliche Eckdaten der Stadt in Reimform und begeisterten damit die Besucher.

"So etwas habe ich ja noch nie gehört", erzählte Renate Oberlauf begeistert. Die Rentnerin aus Bayern ist per Rad an der Elbe unterwegs. Zusammen mit ihrem Mann machte sie am Sonntag Halt in Tangermünde und ließ sich von den Aktionen in das Rathaus locken.

Doch nicht nur im Zentrum – auch auf dem Burgberg im Burgmuseum und in der Salzkirche waren anlässlich des Museumstages die Türen geöffnet. Nicht nur Altmärker, auch viele Tagestouristen, Radfahrer und Besucher der Stadt nutzten die Angebote. Sie schauten sich die Ausstellungen an, ließen sich von den Aktionen locken und tauchten ein in oftmals fremde Welten. So wie es beispielsweise am Sonntagnachmittag in der Salzkirche der Fall war. Yonsor Mabodian, Künstler aus Persien, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, hat in dem Kunst- und Kulturtempel nicht nur seine Arbeiten ausgestellt. Er präsentierte im Rahmen des Internationalen Museumstages diese für viele Menschen fremde Kultur des Orients, nahm sie mit auf eine Reise in ein anderes Land.

 

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