Die Bewerbungsbörse ist ein Projekt für Unternehmen und Arbeitslose. Es soll die Vermittlung von freien Arbeitsplätzen einfacher gestalten. Dabei wird vor allem Wert auf die beruflichen und menschlichen Stärken der Bewerber gelegt.

Stendal. Arbeitgeber kommen zu den Arbeitsuchenden. Eine Konstellation, die in der Wirtschaftswelt ungewöhnlich ist. Aber es ist eine Variante, von der beide Seiten profitieren können. Das zeigte sich vor wenigen Tagen beim Projekt Bewerberbörse. Diese wurde vom Bildungsverband Handwerk GmbH erstmalig durchgeführt und verlief für alle Beteiligten recht erfolgreich.

Nachdem die 25 arbeitslosen Frauen und Männer in den vergangenen Wochen mit Unterstützung der Projektleiterin Sieglinde Feindt und der Arge ihre Stärken, Schwächen und Berufsvorstellungen erarbeitet und für ein Bewerbungsprofil zusammengefaßt hatten, präsentierten sich diese etwas aufgeregt, aber auch hoffnungsvoll auf der Bewerberbörse.

Es dauerte nicht lange, da konnte man beobachten, wie Arbeitgeber aus verschiedenen Teilen der Region und Berufszweigen mit den Bewerbern ins Gespräch kamen und diese oftmals ein glückliches Gesicht zeigten, wenn das Gespräch erfolgreich und zuversichtlich verlaufen ist. Dazu gehörten auch René Juskowiak und Daniel Hübner, die drei Jahre ohne Arbeit waren. " Statt der sonst üblichen Bewerbungsschreiben, die sich auf ein Arbeitsgebiet konzentrieren, führen diese Gespräche hier dazu, dass die Bewerber variabel einsatzfähig sind und so schneller eine Arbeit finden ", meinte Unternehmer Glantz aus Tangermünde. Reinhild Häusler, die ein Dienstleistungsunternehmen leitet, ergänzte : " Hier bewerben sich Leute, die wirklich arbeiten wollen. Auch wenn ich gegenwärtig keine Stelle anbieten kann, so habe ich doch die Bewerber kennengelernt und Adressen erhalten, damit ich freie Stellen demnächst besetzen kann. "

" Die Börsenidee werden wir ebenfalls im Norden von Sachsen-Anhalt einführen, denn davon profitieren besonders auch die kleinen Betriebe ", meinte die Geschäftsführerin für die mitteldeutsche Wirtschaft, Ingrid Ringleb, die vom Arbeitsmarkt-politischen Sprecher der FDP im Landtag, Lutz Franke, unterstützt wurde. " Diese neue Art der Präsentation baut Selbstvertrauen auf, schafft neue Varianten der Unterstützung und Finanzierung durch die Arge und Arbeitsberater, so dass wir dieses Pilotprojekt alle sechs Wochen weiterführen werden ", konnte die Geschäftsführerin des Bildungsverbundes, Gabi Hauptstein, mitteilen.

Nach Ende der Börse konnten etwa die Hälfte der Bewerber mit einem Arbeitsangebot oder guten Arbeitsaussichten nach Hause gehen.