Verstärkung im vor einem Jahr gestarteten Kita-Studiengang gibt es jetzt in Form von 31 Studenten, die schon mitten im Leben stehen : Pädagogen aus Kindertagesstätten wollen sich in dem berufsbegleitenden Studium in Management, Mitarbeiterführung und Qualitätssteigerung der Arbeit mit Kindern weiter- und ausbilden lassen.

Stendal. Von der Kita in den Hörsaal : Nein, das ist kein neues Programm für hochbegabte Kinder, sondern die einfache Umschreibung für einen Studiengang, der vor einem Jahr in Stendal als einziger seiner Art in Sachsen-Anhalt an den Start ging. " Bildung, Erziehung und Betreuung im Kindesalter – Leitung von Kindertageseinrichtungen " ist der etwas sperrige Name der dreijährigen berufsbegleitenden Hochschulausbildung.

31 nicht mehr ganz blutjunge Erstsemestler wagten im April 2009 diesen Neubeginn in ihrem beruflichen Leben. Jetzt bekommen sie Verstärkung : Gestern wurden 27 Frauen und vier Männer aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen als Studienanfänger begrüßt. Sie stehen mitten im Leben, haben seit vielen Jahren Berufserfahrung als Erzieher oder Heilpädagogen. Und sie wollen mehr : Mehr Professionalität, mehr Wissen, mehr Niveau.

Impulse und Erfahrungsaustausch

Über sechs Semester werden sie in Blockveranstaltungen, vor allem an Wochenenden, Student sein und sich mit Personalmanagement, Mitarbeiterführung und Qualitätssteigerung der Arbeit mit Kindern beschäftigen. Ihre eigentliche Arbeit werden sie währenddessen aber nicht ruhen lassen. Denn schließlich sollen das Gelernte und gezielte Aufgabenstellung gleich in der Praxis ausprobiert werden.

Pendeln zwischen Kita und Hörsaal – diese Herausforderung will zum Beispiel auch Silke Eckstein gern angehen. Die 47-jährige Hallenserin freut sich darauf, durch die theoretischen Impulse neue Aspekte in ihre Arbeit einfließen lassen zu können. " Der Anspruch an unsere Kinder ist, dass sie jeden Tag etwas Neues lernen. Jetzt stellen wir diesen Anspruch auch an uns selbst. Das ist ziemlich spannend, und ich freue mich auf den Erfahrungsaustausch hier an der Hochschule und darauf, das neue Wissen in mein Team zu tragen. "

Als Erfolgsrezept bezeichnet Studiengangskoordinatorin

Hertha Schnurrer das Konzept : " Die nahe Anbindung an die Arbeitswelt hat sich bewährt. Das direkte Ausprobieren am Arbeitsplatz und die Rückmeldungen an uns haben gezeigt, dass bisher durchweg positive Erfahrungen gemacht wurden. "

Und wenn die Kita-Kommilitonen durchhalten, dann werden sie ab Oktober in ihrem dritten Semester auch ganz nach Studentenmanier speisen können – in der neuen Mensa. Ende vorigen Jahres wurde an der Nordseite des Campus dafür der erste Spatenstich getan, mittlerweile zeichnen sich schon erste Konturen des bungalowartigen Flachbaus ab.

Die künftige Hochschulgaststätte, die auch für Veranstaltungen genutzt werden soll, ist eine Investition des Studentenwerks Magdeburg, das dafür 2, 5 Millionen Euro vom Bund aus dem Konjunkturpaket II bekommen hat und damit die Kosten komplett abdecken kann.