Stendal. Die Zahl der 20- bis 50-Jährigen wird in Sachsen-Anhalt bis 2025 von derzeit 950 000 auf 770 000 zurückgehen. " Das ist eine dramatische Entwicklung, die man deutlich merken wird ", hielt Dr. Ulrich Cramer, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium, Vertretern von Unternehmen aus dem Norden des Landes vor Augen. Diese hatten sich gestern zu einer Konferenz zum Thema " Effekte strategischer Personalarbeit " im Stendaler Rathausfestsaal versammelt. Die Tagung ist Bestandteil des vom Land geförderten Projekts WiPer, das nach wirtschaftlichen Personalstrategien für Unternehmen im Landesnorden sucht.

Allein bis 2016, so die von Cramer vorgetragenen Prognosen, werde das Angebot an Arbeitskräften um 13 Prozent schrumpfen. Sein Fazit : Für gut qualifizierte Arbeitskräfte werden sich die Chancen verbessern, für Arbeitgeber wird es schwieriger, wenn sie ihre Personalpolitik nicht darauf einstellen.

" Gute Leute gewinnen und halten !" Darauf müsse die Personalpolitik der Unternehmen künftig ausgerichtet sein, sagte Maike Jacobsen von der Magdeburger Firma MA & T GmbH, die das WiPer-Projekt leitet. Welche Schwerpunkte sie bereits heute in ihrer strategischen Personalpolitik setzen, darüber berichteten unter anderem Personalleiter und -entwickler aus dem Zellstoffwerk, der Stendaler Landbäckerei und der Umformtechnik Stendal. Die Konferenz wurde mit einer Podiumsdiskussion zum Thema abgeschlossen.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz hatte die Konferenzteilnehmer, neben Altmärkern auch Gäste aus Thüringen und Niedersachsen, im Rathaus begrüßt. In Stendal sei die Abwanderungswelle zwar flacher geworden und die Geburtenrate steige leicht an, trotzdem müsse sich die Stadt auf einen weiteren Bevölkerungsrückgang einstellen, sagte er. Auch die Stadtverwaltung, deren Mitarbeiter ein Durchschnittsalter von 50 Jahren haben, treffe das Problem schon jetzt. Um das Personal mit qualifizierten Kräften zu verjüngen, würden die Bewerber Tests unterzogen. Schmotz ‘ Ratschlag : Kommune und Wirtschaft müssten jungen Leuten Perspektiven hier vor Ort bieten.

Laut WiPer-Projektleiter Oliver Lilie wurde die Konferenz der beteiligten Unternehmen bereits zum zweiten Mal nach Stendal einberufen.