Jahrzehntelang hieß die Arena offiziell Wilhelm-Helfers-Kampfbahn, doch für die Stendaler war sie immer das Stadion am Hölzchen. Das wird es auch bleiben. Ein Angebot der Johanniter, das Stadion mit jährlich 20 000 Euro zu fördern und ihm den Namen des Ordens zu geben, ist jetzt von den Stadtvätern abgelehnt worden.

Stendal. " Fußball-Verbandsligist 1. FC Lok Stendal empfängt am Sonntag den MSV Eisleben im Johanniter-Stadion an der Arneburger Straße. " So könnte sich eine Ankündigung im Sportteil der Stendaler Volksstimme lesen, wenn ... Ja, wenn die Stadt Stendal ein Angebot des Johanniter-Ordens angenommen hätte.

Hat sie aber nicht. " Seit fast 100 Jahren ist das Hölzchen das Hölzchen. Dabei sollten wir es belassen ", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz ( CDU ) auf Anfrage dieser Zeitung. Er glaube nicht, dass es den Sportfreunden und allen anderen Stendalern gefallen würde, wenn das Stadion einen neuen Namen bekäme.

Schmotz bestätigte Informationen der Volksstimme, wonach die Johanniter der Stadt vorgeschlagen haben, die Arena bei einem jährlichen Sponsoring von 20 000 Euro in Johanniter-Stadion umzubenennen. Er habe die Idee den Fraktionen des Stadtrats vorgetragen, wo sie auf breite Ablehnung gestoßen sei.

Zum Beispiel bei Hardy Güssau, CDU-Fraktionsvorsitzender : " Das geht wirklich nicht. Die Sache ist erledigt. "

" Der Vorschlag war auf ein Jahr begrenzt ", erzählte SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Instenberg. " Und was dann ? Bekommt das Stadion dann wieder den alten Namen ?" Eine längerfristige Lösung hätte er sich durchaus vorstellen können, sagte er.

Eine begrenzte Zeit habe er schon im Auge gehabt, das sei beim Sponsoring immer so, sagte Prof. Dr. Ulrich Nellessen, Ärztlicher Direktor des Johanniter-Krankenhauses und Präsident des 1. FC Lok, der seine Idee den Stadt-Vertretern unterbreitet hatte. Über eine konkrete Vertragsdauer sei noch nicht gesprochen worden. Im Übrigen, so Nellessen zur Volksstimme, habe er die Sache inzwischen begraben, da er unter den Stadträten keine Mehrheit für seinen Vorstoß gewinnen konnte. Auch ein Gegenvorschlag von Schmotz, den Johannitern mehr Werbetafeln im Stadion zur Verfügung zu stellen, ist für Nellessen " im Augenblick kein Thema ; das sehen die Johanniter sehr skeptisch ".

Also bleibt es dabei : Lok spielt am Sonntag gegen Eisleben – im Hölzchen.

• Gebaut Anfang des 20. Jahrhunderts vom FC Viktoria und der Stadt Stendal

• 1951 in Wilhelm-Helfers-Kampfbahn umbenannt

• 1968 erweitert mit Platz für 15 000 Zuschauer

• 1999 an DFB-Standard angepasst und auf 10 000 Plätze reduziert

• 2004 bis 2005 Umbau für 9 Millionen Euro, 5000 Stehplätze und neue Tribüne mit 1000 Sitzplätzen ; es trägt wieder den alten Namen Stadion am Hölzchen