Stendal. Vergehen und Entstehen liegen oft ganz dicht beieinander. Im Stendaler Stadtgebiet ist das dieser Tage wieder zu beobachten : Während auf dem Gelände nordwestlich des Uenglinger Tors gerade der stadtbildprägende Bertram-Speicher den Abrissbaggern und damit seinem Ende entgegensieht, schimmert für die Petrigemeinde in der Altstadt neue Hoffnung auf. Hier haben die Arbeiten zur Dachsanierung begonnen.

Der Zahn der Zeit hat an beiden markanten Gebäuden genagt ; doch während das eine zu retten ist und als Gotteshaus auch unbedingt gerettet werden sollte, ist dem anderen nicht mehr zu helfen gewesen. Zu marode, zu morsch war die Holzkonstruktion des Bertram-Speichers, für den die Abrissgenehmigung seit drei Jahren vorlag. Die Suche nach Nutzungsmöglichkeiten, um ihn doch noch zu retten, blieb erfolglos. Was auf dem Gelände passiert, wenn der Speicher verschwunden ist, kann Geschäftsmann Gerhard Dreier noch nicht sagen. Vielleicht gibt es eine Wohnbebauung.

Weniger spekulativ ist die Zukunft des Hauptes der Petrikirche. Das wahrscheinlich älteste Kirchendach Stendals muss saniert werden, und der erste Bauabschnitt, in dem beiderseits der Firstlinie die Hälfte erneuert wird, hat jetzt begonnen. Die zweite Hälfte soll nächstes Jahr in Angriff genommen werden – wenn die übrigen der insgesamt 570 000 Euro zur Verfügung stehen.