Stendal. Kein Freispruch, aber die Rücknahme der Berufung durch die Staatsanwaltschaft. So endete gestern der Prozess vor dem Landgericht Stendal für einen 33-Jährigen aus Gardelegen. Er war angeklagt, in der Nacht auf Karfreitag 2008 einen heute 27-Jährigen in dessen Uchtspringer Wohnung zusammengeschlagen und im Bereich der Wirbelsäule verletzt zu haben. Mit zwei weiteren Männern soll er die Wohnungstür eingetreten und das Inventar verwüstet haben. Einer der Täter soll das Opfer mit einem Baseballschläger malträtiert, die anderen mit Fäusten zugeschlagen haben. Der Überfallene gab als Zeuge gestern an, dass er durch den " Türspion " den Angeklagten eindeutig erkannt habe. Die beiden anderen seien vermummt gewesen. Wer schließlich in seiner Wohnung war, vermochte er aber nicht zu sagen. Die drei Eindringlinge sollen allesamt maskiert gewesen sein. Der Angeklagte hatte immer wieder seine Unschuld beteuert. Er kenne weder den Überfallenen noch das 16-Mietparteien-Haus im Uchtspringer Schäferwald. Der geschiedene Vater eines Sohnes war schon vom Amtsgericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Die Einvernahme von fünf Zeugen vermochte es offensichtlich im von der Staatsanwaltschaft angestrengten Berufungsverfahren nicht, Licht ins Dunkel zu bringen. " Nach vorläufiger Würdigung gibt es bei der Kammer Zweifel, wer bei der Tat vor Ort gewesen ist ", sagte die Vorsitzende Richterin Gudrun Gießelmann-Goetze zum Ende der Beweisaufnahme. So hatte es wohl einen Zeugen gegeben. Doch der heute 22-Jährige sagte aus, auf den Balkon geflüchtet zu sein, als die Attacke begann. Er habe nichts gesehen. Allerdings soll das Opfer schon zuvor zu ihm gesagt haben : " Es wird noch Ärger geben. " Anlass für die brutale Attacke soll die ehemalige Freundin des Überfallenen gewesen sein. Angeblich, so hatte sie am ersten Prozesstag ausgesagt, habe ihr Ex sie mit Anrufen und SMS verfolgt. Mit dem Angeklagten sei sie nur " gut Freund " gewesen. Das hatte ihre ehemalige Freundin gestern als Zeugin aber in Abrede gestellt : " Die waren definitiv zusammen. " Fest stehe für die Kammer, so die Richterin, dass der 27-Jährige in seiner Wohnung überfallen und ihm " auf üble Art mitgespielt wurde ". Die Beweislage genüge aber nicht, dem Angeklagten die Täterschaft nachzuweisen. Es werde wohl wieder auf " Freispruch mangels Beweisen " hinauslaufen. Das bewog die Staatsanwaltschaft schließlich dazu, ihre Berufung zurückzunehmen.