Welche Probleme muss Stendal, muss die Altmark, anpacken, um mit der demografischen Entwicklung Schritt zu halten ? Das ist die Leitfrage, auf die bei der IBA 2010 Antworten gefunden werden sollten. Stendals Antworten sind jetzt bis Oktober in einer Ausstellung im Foyer des Stadthauses in Ansätzen nachzuvollziehen.

Stendal. Zurück in die Vergangenheit, um die Zukunft zu gestalten – so könnte man knapp formulieren, woran Stendal und die Altmark gerade arbeiten. Mit Gegebenheiten fertigzuwerden, die mit dem automatischen, quantitativen Wachstum nicht mehr viel gemein haben. Die Bevölkerung wird wieder weniger, die Städte schrumpfen, die wirtschaftliche Attraktivität stellt sich nicht von selbst ein.

Ein Ausgangspunkt, den Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz nicht als Desillusionierung begreift, sondern als Chance. Auch wenn die Internationale Bauausstellung ( IBA ) das Wort Bauen in ihrer Mitte trägt, geht es für Stendal um anderes : " Wir bauen nicht, sondern wir denken den Wandel und Umbau von Städten ", sagte Schmotz bei der Ausstellungseröffnung am Mittwochabend im Stadthausfoyer. Daher brauchen die Stendaler auch nicht vergeblich nach Zeugnissen der IBA im Stadtbild Stendals zu suchen. Denn die Ansätze sind eher ideell und visionär : Konzentration auf die Kernstadt, Bündelung von Versorgungseinrichtungen, Rückbesinnung auf Wesentliches. Konkretes wird sich dabei schrittweise abzeichnen.

Zurück in die Vergangenheit geht es aber auch in positiver Hinsicht. Klaus Schmotz formuliert es im Hinblick auf die Hansezeit vor 500 Jahren so : " Wir wollen eine neue Blütezeit. Sie wird sicher anders aussehen als damals, aber wir wollen sie zielstrebig angehen mit allen Chancen und Erschwernissen. " Regionale Bündnisse sollen dabei, genau wie damals, wieder eine zentrale Rolle spielen. Darum habe man auch die Städtekooperation Stendal-Tangermünde-Arneburg forciert.

Umdenken ist nötig

Sachsen-Anhalt will mit der Internationalen Bauausstellung 2010 die Kommunen im Prozess des Stadtumbaus unterstützen. Soziale und ökologische Probleme sollen gelöst, die ökonomische Entwicklung und Beschäftigungssituation verbessert werden.

Was eine gute Landespolitik dazu beitragen kann, damit das Fehlen von Menschen keine Untergangsstimmung nach sich ziehen muss, riss Staatssekretär André Schröder aus dem Landesentwicklungsministerium in einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend an : " Unser Anspruch muss sein, Anpassungsprozesse und Entgegnungsstrategien zu verbinden. Beides gibt es. "

Stadtplanungsexperte Professor Jürgen Aring verwies darauf, dass Unterversorgung in anderen Ländern, wie zum Beispiel Schweden, als normal empfunden werde. " Von diesem Umdenken sind wir aber noch weit entfernt. Sicher, die Gesamtprobleme lösen wir nicht auf regionaler Ebene, aber es gibt Handlungsmöglichkeiten, die in Stendal auch schon gut genutzt werden. "