Der Gemeinderat Rochau tagte am Freitagabend in der örtlichen Gaststätte. Gekommen war auch Simone Kuhlmann, Bauamtsleiterin, um über den Zwischenstand des geplanten Ausbaus der Autobahn 14 zu informieren.

Rochau. Enttäuschung herrschte unter den Mitglieder des Gemeinderates in Rochau, als Simone Kuhlmann, Leiterin des Bauamtes der Verbandsgemeinde, die aktuellen Entwicklungen darlegte. " Für uns bleibt also nichts übrig ", fasste Ratsmitglied Ute Lüdecke zusammen. Insgeheim hatten die Ratsmitglieder damit gerechnet, dass über sogenannte Ausgleichsmaßnahmen längst fällige Abrissarbeiten in der Gemeinde umgesetzt werden könnten. Doch die Planungen sehen anderes aus. " Von den Ausgleichsmaßnahmen Abriss wurde in der Planung fast abgesehen ", sagte Kuhlmann. Diese würden sich im Gegensatz zu anderen Ausgleichsmaßnahmen nicht genug auswirken. Es werde daher eher auf tiefergreifende ökologische Maßnahmen gesetzt. Für Rochau bedeute dies, dass eine Fledermaus- und eine Wildschleuse entstehen werden, damit der Bau der Autobahn die heimische Fauna so wenig wie möglich belaste. Dem Abriss der sogenannten Alten Ziegelei in Rochau gebe Kuhlmann daher wenig Chancen.

Ebenso soll vom Bau eines Schallschutzwalles abgesehen werden. Denn der aktuelle Plan sieht vor, die Strecke 300 Meter weiter entfernt an Rochau vorbei zuführen. Daher liege die Bahn dann außerhalb der Schallpegelgrenze von 49 Dezibel und bedürfe keiner Schutzmaßnahme.

Große Augen machten die Ratsmitglieder, als Simone Kuhlmann ihnen sagte, dass die Rochauer Kiesgrube im Zuge der ökologischen Bewertung als Biotop eingestuft wurde. " Das bedeutet ja, wir dürfen dort nicht mehr ausbaggern um den See dann weiterhin als Badesee zu verwenden ", sagte der Bürgermeister Uwe Großpietsch. Kuhlmann stimmte schulterzuckend zu. " Sieht wohl so aus. "

Dass Rochau eine ortsnahe Auffahrt zur A 14 bekommt, sei unwahrscheinlich, hieß es weiter. Es könne sein, dass in der Nähe der Ortschaft ein Parkplatz errichtet werde. Denkbar wäre dann eine Notauffahrt über diesen. " Ich weiß nur nicht, ob das wünschenswert ist ", sagte die Bauamtsleiterin. " Ich denke hier an die Kameraden der Feuerwehr, weil die dann wohl des Öfteren zu Verkehrsunfällen an dieser Stelle gerufen werden müssen. " Das zeigten Beispiele an anderen Stellen. " Glimpflich gehen diese Unfälle dann leider selten aus. "

Der momentane Zeitplan sieht vor, dass der Bauabschnitt im Jahr 2015 gebaut werden soll.