Verdreckte Straßen und Gehwege, von Hundehaltern und ihren Vierbeinern, aber auch von anderen Zeitgenossen verursacht, bewegen die Stendaler. Die Stadtverwaltung hat einen Aufruf an die Bürger der Stadt gestartet, bei der Sauberhaltung der Hansestadt mitzuwirken.

Stendal. " Helfen Sie mit, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass wir uns alle für die Sauberkeit unserer Stadt mit verantwortlich fühlen ", heißt es in einem Aufruf der Stendaler Stadtverwaltung an die Bewohner der Stadt. Nach massiver Kritik von Bürgern und Stadträten am Zustand der Straßen und Gehwege, der vor allem nach der Schneeschmelze sichtbar wurde, hatte die Leitungsspitze des Rathauses am Mittwoch über Maßnahmen zur Säuberung der Stadt beraten.

Der große Frühjahrsputz habe von Seiten des städtischen Bauhofs am Montag dieser Woche " intensiv begonnen ", teilt Sprecherin Sybille Stegemann gestern mit. " Eine saubere Stadt zu bekommen und zu erhalten, ist ein Anliegen, das wir alle gemeinsam haben und nur als Gemeinschaftsaufgabe wahrnehmen und erfüllen können. " Die Bemühungen von Stadtverwaltung und Bauhof könnten nur erfolgreich sein, " wenn alle Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten ". Am letzten März-Wochenende, so die Zielstellung der Verwaltung, soll der Frühjahrsputz abgeschlossen sein.

Drei Dinge müssten laut Mitteilung der Verwaltung zusammenwirken, um Stendal sauber zu halten : die von der Stadt organisierte öffentliche Stadtreinigung, die Reinigungspflicht der Grundstückseigentümer und ordnungsbehördliche Maßnahmen wie Bußgeldverfahren.

Die Stadt selbst ist wöchentlich für die Reinigung von 133 Kilometern Fahrbahn, 70 000 Quadratmetern Gehwegen und von über 60 000 Quadratmetern Plätzen, Parkplätzen und unbefestigten Wegen zuständig. Dreimal pro Woche werde die rund 18 000 Quadratmeter große Fußgängerzone gesäubert. " Darüber hinaus ", so die Sprecherin, " werden im Jahr 130 Tonnen Müll aufgesammelt, 700 Tonnen Straßenkehricht beseitigt und wöchentlich 380 Papierkörbe geleert. "

Ein großes Problem sind die Hundehaufen. In der Stadt sind 2900 Hunde angemeldet, jeder hinterlässt pro Tag im Schnitt 800 Gramm Kot. Die Stadt hat an einigen Standorten für Hundetoiletten mit Beutel-Spendern gesorgt, doch verantwortlich für die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner sind die Hundehalter. Laut Sybille Stegemann können im Service-Punkt des Rathauses für zwei Euro Packungen mit 100 dieser Tüten erworben werden. Entsorgen könne man sie in jedem Abfallbehälter.

Stegemann verspricht, die Stadtverwaltung werde " weiterhin mit aller Konsequenz gegen Verunreinigungen auf öffentlichen Straßen und Anlagen vorgehen ". Wer auf frischer Tat ertappt wird, werde verwarnt, belehrt und notfalls mit einem Bußgeldverfahren belegt. Laut städtischer Satzung drohen " Schmutzfinken " Bußgelder bis zu einer Höhe von 2500 Euro.