Sandau. " Wird denn auch mal was billiger ?", fragte eine Fährnutzerin am Montag auf der Sandauer Fähre, als sie von den neuen Preisen hörte, die ab Donnerstag gelten. Zweimal pro Woche muss sie dienstlich von der Westseite der Elbe nach Havelberg fahren. Mit einer Zehnerkarte, die vier Wochen gültig war, bezahlte sie bisher 1, 75 Euro pro Fahrt. Sich eine Zehnerkarte für 23, 50 Euro zu kaufen, dürfte sich für die Frau weiterhin lohnen, auch wenn diese nur noch zwei Wochen gültig ist und sie zwei Fahrten verfallen lassen muss. Denn für eine Einzelfahrt mit dem Auto sind ab morgen 3, 50 Euro zu zahlen, bei Hochwasser, wenn Motorbetrieb ist, sogar 4, 50 Euro. Bei acht Fahrten in zwei Wochen für 23, 50 Euro kann sie gegenüber acht Einzelfahrten, die 28 beziehungsweise 36 Euro kosten, sparen.

Aber auch wer täglich die Fähre nimmt und eine Zehnerkarte voll ausnutzen kann, muss tiefer in die Tasche greifen. Pro Tag sind 1, 20 Euro mehr zu bezahlen. Seit Wochenbeginn gab es einen regelrechten Ansturm auf die alten Zehnerkarten. Fährnutzer haben sich drei bis vier Stück gekauft, um so noch bis zum 24. April – so lange sind sie maximal gültig – günstiger über die Elbe zu kommen.

Was jetzt vor dem 25. März die Kasse nochmal ordentlich füllt, könnte bald zu weniger Einnahmen führen. Denn ab Ende April / Anfang Mai, so befürchten die Fährmänner, könnte die Zahl der Passagiere zurückgehen. Manche der Fährnutzer, die zum Beispiel aus der Havelberger Region zum Zellstoffwerk oder zur Papierfabrik fahren, hätten schon angekündigt, dann vollständig auf die Fahrgemeinschaften umzustellen. Diese haben sie in den ersten zwei Monaten dieses Jahres, als die Fähre wegen Eisgang außer Betrieb war, schon gut erprobt. Sie fahren dann über die Tangermünder Brücke nach Arneburg und sagen der Fähre adé.

23, 50 Euro mussten vor der letzten Preisänderung vor drei Jahren schon einmal in Sandau für eine Zehnerkarte bezahlt werden. Das aber nur bei Hochwasser, wenn die Fähre auf Motorbetrieb umstellen musste. Auch da gab es etliche, die auf die Fähre verzichteten und stattdessen lieber den Straßenweg nutzten.