Stendal. Frühestens in drei Jahren werden die Stendaler vom Bahnhof nach Röxe durch einen zumutbaren Tunnel spazieren können. Wie Tiefbauamtsleiter Rainer Burmeister am Mittwoch den Ausschuss für Stadtentwicklung informierte, ist die Stadt bestrebt, für 2012 / 2013 mit dem Projekt Bahnhofstunnel ins Schnittstellenprogramm aufgenommen zu werden. Er erhofft sich eine 80-prozentige Förderung aus diesem Programm, an dem neben der Kommune das Land und die Deutsche Bahn beteiligt sind.

Das Magdeburger Ingenieurbüro Setzpfandt stellte den Ausschussmitgliedern die Vorplanungen für die Erweiterung des jetzigen Bahnsteigtunnels bis zur Lüderitzer Straße vor. Vorgesehen ist, die Unterführung, die jetzt am Bahnsteig 4 / 5 endet, um 40 Meter nach Süden zu verlängern. Das neue Tunnelstück soll vier Meter breit und zweieinhalb Meter hoch werden und 2, 8 Millionen Euro kosten.

Für den Ausgang des behindertengerecht gestalteten Tunnels an der Lüderitzer Straße gibt es derzeit drei Planungsvarianten. Von den Planern favorisiert wird die Version, die neben dem Treppenausgang eine rund 60 Meter lange überdachte Rampe in Richtung Osten, also zum Parkplatz hin, vorsieht. Die beiden anderen Varianten enthalten eine gewendelte Rampe beziehungsweise einen Aufzug neben der Treppe. Wegen der Unterhaltungskosten und der Anfälligkeit der Technik riet der Planer von der Liftlösung ab. Die gewendelte Rampe in Variante zwei wirke im Vergleich zur langgestreckten eng und sei unübersichtlich.

Hoher Aufwand
Die relativ hohen Kosten werden zum Teil von einem aufwändigen Grundwasserschutz und von einem in der Tunnelrichtung stehenden Signal, das versetzt werden muss, verursacht. Eine Weiche direkt über dem neuen Tunnel erfodert zudem verstärkte Ausbauarbeiten.

Wenn die Bauarbeiten möglicherweise 2012 beginnen, soll der vorhandene Bahnsteigtunnel bereits behindertengerecht umgestaltet sein. Wie die Deutsche Bahn im November vergangenen Jahres ankündigte, will sie 2010 und 2011 aus Mitteln des Konjunkturpakets des Bundes an den Bahnsteigen 1, 2 / 3 und 4 / 5 jeweils Aufzüge installieren.

Ist der Durchstich bis zur Lüderitzer Straße vollzogen, kann der marode Röxer Tunnel geschlossen werden. Das sei allein Sache der Deutschen Bahn, hieß es Mittwoch in der Ausschusssitzung. Es sei bereits vertraglich vereinbart, dass der Stadt dabei keine Kosten entstehen. Eine anfangs ins Auge gefasste Sanierung des Röxer Tunnels als Alternative zur Verlängerung des Bahnsteigtunnels wurde aus Kostengründen verworfen.