Viele altmärkische Unternehmen waren im Theater der Altmark zusammengekommen um sich über regionale Kulturangebote zu informieren. Intendant Dirk Löschner führte durch das Theater mit dem Ziel, Wirtschaft und Kultur besser miteinander zu verbinden.

Stendal. Kultur und Wirtschaft zusammenzuführen, das war der löbliche Leitgedanke, den die Geschäftsführerin des altmärkischen Kreisverbandes der mittelständischen Wirtschaft, Ingrid Ringleb, dem jüngsten Treffen der Verbandsmitglieder vorangestellt hatte. So führte dieses Treffen ein gutes Dutzend altmärkischer Unternehmer am Montagabend ins Stendaler Theater-Café und mit dem Intendanten des Theaters der Altmark, Dirk Löschner, zusammen.

Der versprach seinen Gästen ein, zwei vergnügliche und informative Stunden in dem Haus, in dem er seit August 2009 die Intendanz innehat.

Der 1966 in Berlin-Mitte geborene Löschner ist nicht nur " gelernter DDR-Bürger ", sonder vor allem studierter Schau- und Puppenspieler. Dass seine Studienjahre genau in die Wendezeit fielen, machten sie für Löschner noch ein Stück spannender und reicher an Erfahrungen. Nach denen dürstete es den frisch gebackenen Absolventen auch nach dem Studium, für das er für ein Jahr auch nach Paris gereist war. So sammelte er die ersten Berufserfahrungen als freier Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur. Etwas unstete Jahre, ein Leben im freien Fall, wie er es rückblickend beschrieb. Diesem Leben mehr Stetigkeit zu geben, setzte sich Löschner mit 28 Jahren noch einmal auf die Hochschulbank und besetzte danach den Posten des Verwaltungsdirektors in Detmold. Dort sei dann aber die künstlerische Arbeit zu sehr in den Hintergrund gerückt, warum er sich um so mehr über das Ja aus der Altmark auf seine Bewerbung um die Intendanz des TdA freute.

Bis zu 600 Auftritte pro Spielzeit

Mit dieser Freude füllt Dirk Löschner die Intendantenstelle seit nunmehr acht Monaten aus. Dass er für sein Theater brennt, merkten seine Gäste aus altmärkischen Unternehmerkreisen aus jedem Satz, mit dem der Intendant sein Haus, seine Mannschaft, sein Ensemble und dessen Leistungen vorstellte. Keiner in der Runde, der ob der Zahlen und Fakten nicht beeindruckt war. Einige Beispiele : Das elfköpfige feste Ensemble bildet den Grundstock für die schauspielerische Arbeit am TdA, was einen hohen Indentifikationsgrad des Publikums mit dem TdA zur Folge habe. 20 Neuproduktionen und zehn Wiederaufnahmen bietet das Haus seinem Publikum in der aktuellen Spielzeit an. 500 bis 600 Aufführungen seien es pro Spielzeit, wovon das TdA, das auch Landestheater für den Norden Sachsen-Anhalts ist, 50 Prozent in anderen Spielstätten als der eigenen präsentiere. Möglich ist das alles auch durch das starke Team hinter den Theaterkulissen. Bühnenund Kostümbildner, Theaterschneider, Techniker, Beleuchter, Verwaltunsgangestellte, Marketingleute. " Da sind wir mit unsereren 71 Mitarbeitern schon an der unteren Grenze dessen, was wir brauchen, um all das auf die Reihe zu bekommen ", kommentierte der Intendant, der nach dem Darstellen des Künstlerischen den Schwenk zum Kaufmännischen wagte.

Auch das Theater der Altmark sei ein Unternehmen, das ein Produkt herstelle, es vermarkten müsse. " Unser Ziel ist aber nicht, Gewinn zu machen, das wäre zu vermessen. Unser Ziel ist es, Kultur für die Region zur Verfügung zu stellen. Das ist nicht immer einfach, auch finanziell nicht. Und darum brauchen wir Verbündete in der Region. " Wie wichtig diese Verbündeten beim Sammeln von Stimmen für den Erhalt eines Theater seien, habe ihn seine Zeit in Detmold gelehrt.

Nicht zuletzt deshalb begrüßt Dirk Löschner das Zugehen der heimischen Wirtschaft auf das Theater mit Veranstaltungen wie der am Montagabend. Ihm und seinem Theaterteam ist aber im Gegenzug auch sehr daran gelegen, Unternehmen, deren Mitarbeitern, Parternfirmen, Gästen einen direkten Zugang zur Kultur zu bieten. Und dieser Zugang, der Kontakt mit Kultur und Kunst, sei im Theater ein unvergleichlich intensiver und eindrücklicher.

Darum werbe das TdA nicht nur um Partner in der Wirtschaft ( Stichwort Theater-Sponsoring ), sondern wolle selbst auch Partner für heimische Unternehmen sein. Das Anbieten von Theaterführungen, wie es sie zum Abschluss dieses Abends für die altmärkischen Mittelständler auch noch gab, gehören dazu.

Theatertage mit Führungen, einem Dinner und anschließendem Vorstellungsbesuch sind möglich. Warum nicht auch einmal Kultur verschenken. Spezielle Kultur-Geschenkpakete bietet das TdA Firmen für deren Kunden oder Mitarbeiter an. Theater-Workshops, die gezielt die Fähigkeiten der Firmenmitarbeiter oder Auszubildenden fördern, sind machbar. Bewegungstraining, Stimmbildung, Improvisation – von der im TdA geradezu geballten Kompetenz auf all diesen Gebieten können auch altmärkische Firmen und deren Mitarbeiter profitieren.

Inwieweit das Theater und die altmärkischen Unternehmen von diesem Zusammentreffen profitieren werden ? Das zu beschrieben, war die Zeit am Montagabend noch nicht reif. Ingrid Ringleb packte die erste Antwort in ein " Mal sehen, was sich daraus entwickelt " – mit nicht zu überhörendem optimistischen Unterton.