Der Ausbau der Bahnhofstraße steht weit oben auf der Wunschliste der Gemeinde Eichstedt. 280 000 Euro sind dafür im Haushalt 2010 verankert, den der Rat am Donnerstagabend verabschiedete.

Eichstedt / Baben. Für den Ausbau der Eichstedter Bahnhofstraße setzt der Gemeinderat auf Fördermittel. 149 000 Euro erwartet er für das größte Investitionsvorhaben in diesem Jahr in der Gemeinde.

Auch für andere Maßnahmen, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden sollen, sind Fördermittel Voraussetzung. Das machten Rat und Kämmerin Anne-Dore Flügel während der Haushaltsberatung klar, die im Ortsteil Baben stattfand. Ein größeres Vorhaben ist auch direkt in Baben angesiedelt : die Erneuerung der Regenentwässerung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 90 000 Euro.

Für Eichstedt steht der Ausbau von Zufahrten in der Langestraße ( 71 000 Euro ) im Etat. Doch Flügel bremste die Erwartungen. " Es sieht schlecht mit Fördermitteln aus ", schätzte sie nach einem Gespräch mit Verantwortlichen der Vergabestelle ein.

Elektrisches Geläut für die Lindtorfer Kirche

Beim landwirtschaftlichen Wegebau haben die Räte die Verbindung zwischen Eichstedt und Baumgarten im Visier und mit 246 600 Euro im Plan. Sollte der umgesetzt werden, könnte im kommenden Jahr der Weg zwischen Baben und Bertkow ein Thema werden.

Bereits in diesem Jahr will die Kommune die Ausstattung der Lindtorfer Kirche mit einem elektrischen Geläut unterstützen. Deshalb erhält sie einen Zuschuss aus der Gemeindekasse in Höhe von 6500 Euro, während die anderen drei Gotteshäuser ( Baben, Eichstedt, Rindtorf ) je 1500 Euro bekommen. Ob das ausreicht ? " Eventuell müssen wir an der Lindtorfer Kirche etwas am Glockenstuhl machen ", kündigte Joachim Ackermann an, der gleich mal vorfühlte, ob dann eine Aufstockung der Mittel möglich wäre. Einige Räte vernahmen das Ansinnen mit Erstaunen. Angelika Steger bat darum, doch die " Balance zu wahren ". Für die Kirchensanierung in Baben hätte der Gemeindekircherat Klinken geputzt und Spenden gesammelt, erinnerte sie. Und Reinhard Völz forderte : " Die Kirche selbst muss auch etwas dazugeben. " Bürgermeister Karlheinz Schwerin warnte davor, die Pferde schon jetzt scheu zu machen : " Lasst uns darüber reden, wenn wir alle Zahlen auf dem Tisch haben. "

Geringe Zuweisung – Rücklage schmilzt

Die Vorsicht des Rates scheint angebracht. Zwar ist die Gemeinde auf dem Papier unter guten Voraussetzungen, nämlich einer Rücklage von 567 000 Euro, in das Haushaltsjahr 2010 gestartet, doch die schmilzt nun dahin. Dafür sorgt das neue Finanzausgleichsgesetz. " Eichstedt trifft es besonders hart, weil die Steuereinnahmen 2009 relativ hoch waren und auch die Schlüsselzuweisung des Landes im Jahr 2008 recht hoch lag ", erklärte Flügel.

Das führt nun zu einer geringen Landeszuweisung von lediglich 136 000 Euro, der einer Kreisumlage in Höhe von 259 000 Euro und einer Verwaltungsumlage von 244 000 Euro gegenüberstehen. Und so müssen rund 110 000 Euro aus dem Vermögensteil zum Ausgleich des Verwaltungshaushaltes transferiert werden. Damit gerät der Vermögensteil in eine noch größere Schieflage. 444 000 Euro aus der Rücklage sind letztlich fällig, um den Gesamtetat mit seinen rund 1, 58 Millionen Euro ausgeglichen zu gestalten.

Dennoch scheute sich der Rat nicht, kurz vor dem einstimmigen Haushaltsbeschluss eine zusätzliche Ausgabe im Zahlenwerk aufzunehmen. Friedrich Jahns hatte angeregt, die Arbeit der Feuerwehr mit je 20 Euro pro Nase zu unterstützen. Bei 102 Mitgliedern in den vier Wehren ( Baben, Eichstedt, Lindtorf, Rindtorf ) sind das aufgerundet 2100 Euro.