Stendal. Für die gemeinschaftliche Nutzung waren sie einst gedacht, inzwischen aber sind sie nur noch Müllplätze – die Balkons auf halber Treppe in den Elfgeschossern der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft ( SWG ). Und genau deshalb auch sind sie seit 2008 geschlossen, so wie zum Beispiel an dem Block in der Carl-Hagenbeck-Straße. Daniel Jirzik hat das als neuer Geschäftsführer damals so entschieden. Auch aus Sicherheitsgründen – denn die Balkons haben nach außen keine Netze oder Scheiben. Und : " Sie sind ein Hort von Müll und Krempel ", sagt Jirzik. " Ich habe noch nicht einmal erlebt, dass sie irgendwie schön gemacht, meinetwegen als Sitzecke hergerichtet wurden. Diese Balkons dienen immer nur als Abstellplatz. " Sowieso gebe es keine vertragliche Zusicherung für die Nutzung.

Ursprünglich waren sie den Einraum-Wohnungen zugeordnet, da diese über keinen Austritt ins Freie verfügen. Anscheinend ist der Bedarf danach aber auch gar nicht so groß. " Die Ein-Raum-Wohnungen gehen in der Regel auch ohne Balkon gut weg ", so Jirzik.

Ohnehin würden die Halbe-Treppe-Balkons wahrscheinlich nicht mehr lange existieren. " Wir haben ja noch Großes vor mit dem Elfer an der Carl-Hagenbeck-Straße. Der Block soll saniert werden und in diesem Zuge werden wir die jetzt geschlossenen Balkone wahrscheinlich abreißen und die Balkone der größeren Wohnungen verschönern. "

Spätestens damit wird sich dann die Überlegung eines Anwohners erübrigen. Jürgen Westermann fragte jüngst im Zusammenhang mit wiederholten Bränden im Elfer an der Carl-Hagenbeck-Straße, ob man denn diese von den Fluren aus zugänglichen Balkons nicht als Flucht- und Rettungswege frei- und offenhalten könnte. " Mit dem ganzen Müll darin wäre das ein zusätzlicher Brandherd und im Notfall schwer zugänglich ", argumentiert Jirzik. Zudem sei es den Einsatzkräften jederzeit möglich, die Scheiben einzuschlagen, um sich Zutritt zum Gebäude zu verschaffen.