Stendal. Stendal ist der zentrale Ort im ländlichen Raum, und die Stendaler Altstadt ist sein Kern, der weiter gestärkt und attraktiver gestaltet werden soll. Mit diesem Ansatz befasste sich die Arbeitsgruppe " Profilierung der Innenstadt zum Wohnen, Arbeiten und Leben ", eine von vier, die den Beitrag der Hansestadt zur Internationalen Bauausstellung IBA 2010 Sachsen-Anhalt herausarbeiteten. Gestern stellte die von Georg-Wilhelm Westrum, Amtsleiter für Stadtumbau und Sanierung, geleitete Gruppe ihre Resultate öffentlich vor.

Die Einzelhandelsstruktur ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um eine anziehende Altstadt geht. Die Stadt erfülle ihre Versorgungsfunktion im Wesentlichen, aber mit Defiziten, vor allem in der nördlichen Breiten Straße und im Schadewachten, stellte Arbeitsgruppenmitglied Bärbel Tüngler fest. Größter Knackpunkt sei der fehlende Lebensmittelmarkt im Bereich Schadewachten. Die Einflussmöglichkeiten durch die Stadt sind aus ihrer Sicht relativ gering. In Vorleistung ist die Stadt hingegen in Sachen Weiterentwicklung des Wohnstandorts Altstadt gegangen, zum Beispiel durch die Planungen für den Bereich Rohrstraße / Karnipp. Ein Baubeginn auf der großen Innenstadtbrache sei laut Arbeitsgruppenleiter Westrum jedoch noch nicht in Sicht. Noch seien Grundstücksverhältnisse zu klären, fehle es an Interessenten.

Über die Gestaltung des öffentlichen Raums für unterschiedliche Generationen und Kulturen berichtete Prof. Hans-Jürgen Kaschade. Die einzelnen Gruppen – Jugendliche, Senioren, Migranten – bräuchten viele geeignete kleine Freiflächen zum Verweilen, zur Begegnung, sagte er. " Auch die Biertrinker unter freiem Himmel müssen wir als Gruppe akzeptieren und ihnen Raum schaffen. " Der Klimawandel werde dazu führen, dass sich die Menschen mehr als bisher im Freien aufhalten.

Nicht unbedingt konkrete Projekte, sondern viele Ideen für die Zukunft und neue Denkansätze sind wohl das wichtigste Ergebnis der IBA-Vorbereitung in Stendal. Die Mitwirkenden müssten nun am Ball bleiben und dafür sorgen, dass auch in zwei ... drei Jahren von der IBA noch etwas übrig bleibt, meinte Architekt Lutz Schwarzbrunn.