Salzwedel. In Altensalzwedel haben am Dienstagabend 16 Altmärker die Bürgerinitiative " Kein CO2-Endlager in der Altmark " gegründet. Sie wollen in den kommenden Wochen und Monaten nicht nur weitere Mitstreiter finden, sondern vor allem die Öffentlichkeit kritisch über das geplante Kohlendioxid-Projekt bei Mahlsdorf aufklären und für eine mögliche Alternative – Geothermie mittels ehemaliger Erdgasförderbohrungen in über 3500 Meter Tiefe – werben.

Die Altmärker erfuhren am 17. Oktober 2007 erstmalig von dem Pilotvorhaben, bei dem bis zu 100 000 Tonnen Kohlendioxid in eine fast erschöpfte Erdgaslagerstätte bei Mahlsdorf verpresst werden sollen. Einen Tag vor einer öffentlichen Informationsveranstaltung stellte die Volksstimme das Millionen-Vorhaben vor, mit dem GDF SUEZ untersuchen will, ob Kohlendioxid die Erdgasausbeute erhöhen kann. Zudem könnte am Ende die Altmark ein Endlager für Millionen Tonnen CO werden. In der Region sind diese Pläne anfänglich durchaus kritisch aufgenommen worden. Auf so mancher Informationsveranstaltung gab es hitzige Wortduelle. Zu einer Gründung einer Bürgerinitiative kam es indes nicht.

Zwischenzeitlich ist in Mahlsdorf für einige Millionen Euro die notwendige Verpressungsanlage samt Speichertanks errichtet worden.

Während in Schleswig-Holstein und in Brandenburg tausende Bürger seit einem guten Jahr gegen dortige CO2-Endlager-Pläne Sturm laufen, blieb es in der Altmark weitgehend ruhig. Das soll sich nach dem Willen der jetzt in Altensalzwedel gegründeten Bürgerinitiative ändern. " Wir brauchen eine schnelle und durchgreifende Kampagne, um die Öffentlichkeit über Risiken und Alternativen zur CO2-Speicherung aufzuklären ", fordert BI-Gründungsmitglied Dr. Dirk Frenzel von der Initiative EnergieWende Region Beetzendorf. Deshalb soll am Dienstag, 23. März, während des dritten CO2-Stammtisches in der Altensalzwedeler Gaststätte Informationsmaterial rund um das CO -Pilotprojekt und die Bürgerinitiative " Kein CO -Endlager in der Altmark " erarbeitet werden.

" Jeder Mitstreiter ist dafür ab 19 Uhr zum Stammtisch willkommen ", sagte der Kuhfelder Andreas Lange, Telefon ( 03 90 35 ) 9 75 91. Er ist neben dem Maxdorfer Rolf Zeißig, Telefon ( 03 90 32 ) 9 80 46, und dem Kuhfelder Martin Kupfer, Telefon ( 03 90 35 ) 317, Sprecher der jüngsten BI in der westlichen Altmark. Auch ein Internet-Auftritt soll vorbereitet werden.

Dass es eine Alternative zu einem möglichen Endlager von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder der Zementindustrie in der Altmark – auch unter Städten wie Salzwedel und Kalbe / Milde – gibt, hatte am Dienstag Gerald Krappmann deutlich gemacht. Von 1970 bis 1978 hatte er in der Altmark an Tiefenbohrungen mitgearbeitet. Bis zu 8000 Meter tief, so in Langenapel, habe man damals gebohrt. " Wir hatten heiße Bohrungen dabei, die durchaus für Tiefengeothermie nutzbar sind ", erklärte der einstige Erdgas-Mitarbeiter. Dafür müssten jetzt nur die Standrohre der Bohrungen wieder auf Vordermann gebracht werden.

Eine Option, die für die 16 BI-Gründungsmitglieder eine ernsthafte Prüfung wert ist. " Wir wollen nicht, dass die bewohnte Altmark zum Testgebiet für ein Kohlendioxid-Endlager wird ", hieß es am Dienstag in Altensalzwedel. Im Blick hatten die Einwohner dabei das Geschehen um das Atommüll-Endlager im niedersächsischen Asse.