Sie liegen im Trend und sollen neben der körperlichen Fitness auch die soziale Kompetenz fördern : Klettergärten mit Hoch- und Niedrigseilen. Eine solche Anlage will die Stadt auf dem Gelände des MADClubs an der Wahrburger Straße errichten. Von Reinhard Opitz

Stendal. Bauhofmitarbeiter Peter Krupp musste die Mitglieder der beiden Gremien nicht lange überreden. Sowohl der Kultur-, Schul- und Sportausschuss als auch der für Stadtentwicklung stimmten seinem Werben für einen Nieder- und Hochseilgarten auf dem Gelände des MAD-Clubs einstimmig zu. Noch in diesem Jahr soll die in der Altmark einmalige Anlage für knapp 100 000 Euro gebaut werden. Krupp hofft, dass ab Juli / August am MAD-Club geklettert werden kann.

Die Anlage wird eine Kombination aus einem Niedrigbereich, bestehend aus 30 bis 60 Zentimeter hoch gespannten Seilen, und einem sechs bis acht Meter hohen, zwischen Metallpfosten gespannten Hochseilsystem sein. Dabei gehe es nicht nur um ein Angebot zum sportlichen Abenteuerklettern, beschrieb Peter Krupp den Sinn einer solchen Anlage. Sie habe vor allem auch einen pädagogischen Hintergrund. So werde durch die Gruppenaktionen im Hochseilgarten, bei denen man sich gegenseitig sichern müsse, die soziale Verantwortung – einer für den anderen – gefördert. Das Angebot eigne sich besonders für Schulklassen, sei aber auch für Familien von großem Reiz.

Auf Balancierseilen, in Schlaufen, Netzen und auf Stegen können angedeutete Gewässer und Schluchten überwunden, kann durch ein imaginäres Dschungeldickicht geklettert werden. Benutzt werden darf der Hochseilgarten nur unter Aufsicht ; Peter Krupp selbst besitzt einen Trainingsschein für solche Seilanlagen. Damit er nicht " wild " bestiegen werden kann, beginnen die Leitern erst in einer Höhe von drei Metern. Diese können nur mit Steigeinrichtungen überwunden werden, die die Mitarbeiter des MADClubs unter Verschluss haben.

Gebaut wird die Anlage auf dem freien Gelände zwischen MAD-Club und dem Galaxy. " Wie schützen wir sie vor Vandalismus ?", war eine Frage von Abgeordneten in den Ausschusssitzungen. Die Fläche werde eingezäunt und nur zu den Öffnungszeiten des Clubs benutzbar sein, sagte Krupp.

Vandalismus war der Auslöser dafür, dass die BMX-Anlage vom abgelegenen Jugendclub Zenit an der Keplerstraße nun auf das neuentstandene Sportgelände, ehemals Schulgarten, an der Erich-Weinert-Straße verlegt werden soll. Die Skaterbahn war im vergangenen Jahr bei einem Brandanschlag zum großen Teil zerstört worden. Jetzt will die Stadt die Rampe wiederherstellen und am neuen Standort installieren. Dafür sind 90 000 Euro vorgesehen. Die beiden genannten Ausschüsse stimmten einmütig zu.

Damit und durch die Verlegung der Skaterbahn von der Gardelegener Straße wird der Sportplatz an der Erich-Weinert-Straße mit den bereits bestehenden Ballspielplätzen zu einer Multisportanlage heranwachsen. Die Konzentration sei in der Unterhaltung preiswerter und besser zu überwachen, sagte Peter Krupp.